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Füller-Frischlinge haben Spaß am "killen"

Füller-Frischlinge haben Spaß am "killen"

Ottweiler. Nein, diese Kinder haben keine tintenverschmierten Finger. Erst vor Kurzem haben die 13 Mädchen und zwölf Jungen der Klasse 2.2 an der Grundschule Lehbesch angefangen mit dem Füllfederhalter zu schreiben

Ottweiler. Nein, diese Kinder haben keine tintenverschmierten Finger. Erst vor Kurzem haben die 13 Mädchen und zwölf Jungen der Klasse 2.2 an der Grundschule Lehbesch angefangen mit dem Füllfederhalter zu schreiben. Und blaue Hände wären ein Hinweis, dass es noch technische Probleme gibt: "Dann wird der Füller falsch gehalten", erklärt Klassenlehrerin Doris Ernst (58) beim unserem Unterrichtsbesuch. Zweites Indiz: Zu viel Druck auf die Feder und damit wieder Tintenspuren. Aber die 2.2, so ihre Lehrerin, war geschlossen reif für die Füller-Zeit. Und wann ist die gekommen? "Die Schreibschrift muss eingeführt sein und die Schüler müssen gut und flüssig mit dem Bleistift schreiben können", erklärt Doris Ernst. Ihre Abc-Schützen sind mächtig stolz auf das neue Schreibgerät. Da gehört man ja zu den Großen. "Ich hab´ meinen Füller schon seit der ersten Klasse", erzählt uns Yvonne Danneck (8). Und klar, gibt sie mit einem Lächeln zu: "Ich hab ihn zu Hause schon ausprobiert." Einige Mitschüler haben ihren Füller unterm Weihnachtsbaum gefunden. Asala Sisamci (8) war beim Füller-Kauf jedoch dabei: "Ich hab´ mir meinen Füller ausgesucht, weil er rot ist und weil Rot meine Lieblingsfarbe ist." Feder oder RollerAm Ende des zweiten Schuljahres wird Doris Ernst erstmals Noten für schöne Schrift ins Zeugnis schreiben. Übrigens mit Tintenroller und nicht mit Füllfeder, wie sie eingesteht: "Der ist flüssiger, bei der Feder ist mehr Widerstand." Den Schülern beziehungsweise ihren Eltern ist freigestellt, ob sie sich für Feder oder Roller entscheiden. Meist wird jedoch die Feder gewählt. Und manch Schüler bleibt dem Füller bis zum Abschluss treu. Vorgeschrieben, hören wir, ist das nicht unbedingt.Auf den ersten wirklich funktionierenden Füllfederhalter erhielt am 12. Februar 1984 der Amerikaner Lewis Edson Waterman ein Patent. Angeblich soll der Versicherungsmakler Waterman zu dieser Entwicklung angeregt worden sein, weil ihm wegen eines klecksenden Füllers ein Vertrag entgangen ist: Bis er ein neues Vertragsexemplar angefertigt hatte, war sein Geschäftspartner abgesprungen. Keine Geschichte vom Füller ist rund ohne seinen Gegenspieler: den Tintenkiller oder Tintentod. An diesen Zauberstift - ein Ende macht Tinte unsichtbar, ein Ende mit Filzstift kann korrigieren dürfen Füller-Neulinge allerdings nicht immer gleich ran. Die Klasse von Doris Ernst schon. "Nutzt ihr ihn denn?", fragen wir die 2.2. Die Antwort ist eindeutig: ein 25-stimmiges "Jaaaaa". cle

HintergrundDer Füller überträgt mittels Metallfeder Tinte aufs Papier. Die Tinte fließt dabei von einem Speicher, zum Beispiel Patrone, durch feine Kanäle an die Spitze der Feder. Der Tintenroller oder Rollerball gibt die Tinte über eine Schreib-Kugel ab. Die Tinte ist dünnflüssig. Das ermöglicht gleitendes Schreiben.Der Kugelschreiber leitet die Tinte ebenfalls mittels Schreib-Kugel aufs Papier, Aber es handelt sich um zäh fließende Tinte.