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Führung über jüdischen Friedhof erstmals vor Beginn des Sabbats

Führung über jüdischen Friedhof erstmals vor Beginn des Sabbats

. Die bisher angebotenen Führungen über den jüdischen Friedhof in Ottweiler erfreuten sich einer guten Resonanz: Nicht nur Bürger Ottweilers fanden den Weg zu dieser Gedenkstätte an das ausgelöschte Leben der hiesigen jüdischen Gemeinde, sondern auch Interessierte aus dem Raum St. Wendel und Saarbrücken.

Allerdings nahmen bisher keine Angehörigen der Synagogengemeinde Saar aus religiösen Gründen an den Besichtigungen teil, denn die Führungen fielen alle in die Zeit des Sabbat. Daher entschlossen sich Klaus Burr und Hans-Joachim Hoffmann, als Nächstes eine Abendführung vor Beginn des Sabbat anzubieten.

Klaus Burr skizziert zu Beginn die politische Einstellung der Fürsten Wilhelm-Heinrich und seines Sohnes Ludwig, der beiden letzten regierenden Fürsten von Nassau-Saarbrücken, zu der Ansiedlung von Juden in ihrem Herrschaftsbereich, bevor er den verstärkten Zuzug jüdischer Familien im Zuge der Versteigerung von Nationalgütern durch Napoleon ansprechen wird. Mit dem Erwerb einzelner Häuser im Stadtkern legten die Familien Weiler, Albert und Coblenz die Grundlage für eine gedeihliche Entwicklung der jüdischen Gemeinde Ottweiler in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Die erhaltenen Grabsteine dienen Hans-Joachim Hoffmann als Quelle, um die Entfaltung jüdischen Lebens in Ottweiler aufzuzeigen. Besondere Aufmerksamkeit widmet Hoffmann bei dieser Führung dem Leben und Wirken Samuel Levys, des Lehrers der jüdischen Elementarschule Ottweiler , und seiner Familie. Mit seinen Darlegungen versucht er unter anderem zu verdeutlichen, dass ohne den Erhalt des jüdischen Friedhofs in Ottweiler den historisch Interessierten eine bedeutsame Forschungsgrundlage fehlte: Denn die erhaltenen Grabmale mit ihren Inschriften und Symbolen bilden eine wichtige Grundlage für das Erforschen der Geschichte der jüdischen Gemeinde Ottweiler .

Erläuterungen zu einzelnen Grabinschriften und den Symbolen auf den Grabsteinen ergänzen die Ausführungen.

"Gegen das Vergessen", unter diesem Leitgedanken freuen sich Burr und Hoffmann auf den abendlichen Besuch dieser einzigen Erinnerungsstätte an die ehemalige jüdische Gemeinde in Ottweiler und bitten zugleich die männlichen Teilnehmer an dieser Führung, während des Aufenthaltes auf dem Friedhof eine Kopfbedeckung zu tragen.

Die Führung findet am Freitag, 7. August, um 19 Uhr statt. Treffpunkt: Aufgang zum Friedhof in der Straße Maria-Juchacz-Ring (zirka 80 Meter hinter der Abzweigung Karl-Marx-Straße) Dauer: zirka eine Stunde.