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Freie Bühne Limathé spielte „Oliver Twist“ im Schlosstheater Ottweiler

Ottweiler Schlosstheater : Aktuelles aus einer düsteren Zeit

Freie Bühne Limathé spielte am Wochenende „Oliver Twist“ im Schlosstheater Ottweiler

„Die Geschichte von Oliver Twist hat mich fasziniert, seit ich das Buch im Alter von zwölf Jahren zum ersten Mal gelesen habe“, erzählt Angela Heintz von der Freien Bühne Limathé. Aus diesem Grund hat die Referentin für kulturelle Jugendarbeit ein Theaterstück frei nach dem Buch von Charles Dickens geschrieben, das sie mit ihrem Ensemble am Wochenende im Schlosstheater Ottweiler präsentierte und bei dem sie auch Regie führte. Die Zuschauer ließen sich bereitwillig ins düstere viktorianische Zeitalter nach England mitnehmen und verfolgten gebannt den Leidensweg von Oliver Twist (Joshua Rößner), der unter erbärmlichen Bedingungen in einem Armenhaus aufwächst und nichts über seine Herkunft weiß. Die gehässige Mrs. Bumble (Claudia Hamann) und der Gemeindevorsteher Bumble (Carsten Biereth) machen ihm und den anderen Waisenkindern das Leben schwer.

Auf Umwegen gelangt Oliver schließlich zu dem verdorbenen Trödler Fagin, gespielt von Margret Gampper, der eine Bande von Kindertaschendieben für sich arbeiten lässt. Als Hoffnungsschimmer erweist sich Mrs. Brownlow (Birgit Müller), die den Jungen unter ihre Fittiche nimmt und ihn vor Gefahren schützen will. Allerdings gerät Oliver durch tragische Umstände wieder zurück zu Fagin. Obwohl er selbst mehr und mehr eine Welt der Grausamkeit, der Intrige und des Verrats kennenlernt, trägt er selbst nie einen Funken Bosheit in sich.

Es sei toll, wie die Amateurschauspieler das doch sehr intensive Stück Oliver Twist umgesetzt hätten, findet Margarete Weiermüller aus Neunkirchen. Sie sei vor allem gekommen, um Margret Gampper auf der Bühne zu sehen, sei aber von dem ganzen Stück und allen Schauspielern sehr beeindruckt, ergänzt Gudrun Scheidhauer aus Neunkirchen. Weil sie zwei der Schauspielerinnen kennt und diese einmal in anderem Kontext auf der Bühne sehen wollte, war Charina Lüder aus Saarbrücken zu der Aufführung ins Schlosstheater gekommen und von dieser ebenfalls sehr angetan.

„Dickens verdeutlicht sehr empathisch, was Kinder brauchen“, schreibt Angela Heintz, die in der Jugendhilfe und in Schulen tätig ist, in ihrem Vorwort zu dem Stück. „Und darin besteht die Aktualität der Geschichte: Bezugspersonen, die Kindern und Jugendlichen Geborgenheit und Liebe geben, für ihr Wohlergehen sorgen und ihnen Perspektiven zu einer freien Entfaltung ermöglichen“, so Angela Heintz weiter. Sie hatte für die Aufführung Akteure aus verschiedenen Theatervereinen zu einem erfolgreichen Ensemble zusammengefügt. Es mache ihr Freude, mit den unterschiedlichsten Menschen zu arbeiten. Auch Kinder und Jugendliche aus dem Pallotti-Haus Neunkirchen, dem Heilpädagogischen Zentrum Wadgassen und der Propstey St.Josef Taben-Rodt spielten mit und freuten sich über den Applaus der Zuschauer. Theater spielen stärke das Selbstwertgefühl, betont Angela Heintz, deren nächstes Stück bereits in Planung ist. Sehr wichtig seien auch die Akteure hinter den Kulissen: So habe ihr Sohn Robert Heintz den Film gedreht, der während der Aufführung eingespielt wurde. Die Erklärung für den Namen der Freien Bühne Limathé liefert sie gleich mit: Literatur, Malerei und Theater sind die drei Bereiche, die ihr am liebsten sind.