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Feuerwehr Ottweiler
Experte fordert mehr Lob für die Arbeit der Feuerwehr

Ottweiler. Ehrenamtlern, wie den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr, mehr unter die Arme greifen – das forderte Roland Demke  als Gast der Ottweiler Stadtratssitzung. Der Gutachter und Leidende Branddirektor in Würzburg stellte dem Rat seine Expertise zur Situation der Feuerwehr in der Stadt vor, den Brandschutzbedarfsplan. Von Michael Beer

Und kam dabei zu einem positiven Fazit. Dennoch mahnte er Sensibilität an gerade unter dem Aspekt, wie die Wehrstärke unter dem Eindruck einer zurückgehenden Bereitschaft für unbezahlten Einsatz im Dienste aller erhalten werden kann.


Sein Gedanke: Die Arbeit der Wehrmitglieder würdigen, denn das sei der wichtigste Dank, den die Öffentlichkeit geben könne. Darüber hinaus regte er an,  die Kommune solle sich Gedanken machen, inwieweit die Leute, die in besonders schwierigen Situationen auch Kopf und Kragen riskieren, für dieses Engagement Vergünstigungen erhalten könnten. Etwa mit billigerem Eintritt in öffentliche Einrichtungen oder besseren Konditionen, wenn es um einen Bauplatz gehe.

Mit 128 Einsätzen im vergangenen Jahr habe sich die Arbeitsbelastung der Wehr im Vergleich zur vorangegangenen Analyse aus dem Jahr 2009 deutlich gesteigert. Rund 50 Prozent der Einsätze entfalle dabei auf die technische Hilfe, rund 20 Prozent sind Brände. Die Zahl der Köpfe in den Ottweiler Wehren – Ottweiler, Fürth, Lautenbach, Mainzweiler und Steinbach – beträgt 183. Die Sollstärke ist 188, wie die Experte erklärte.



Demke über den Ist-Zustand: „Das ist eine ordentliche, respektable Stärke der Löschbezirke.“ Etwas überaltert sei die Steinbacher Wehr, Jugendwehren gibt es in jedem Löschbezirk. Die Frauenquote, so der Branddirektor weiter, liege wie in Bund und Land auch bei fünf bis sechs Prozent. „Das Ziel sollten 20 Prozent sein.“ Der Experte bescheinigte der Ottweiler Wehr einen guten Ausbildungsstand. Die Vorgabe, bei einem Brand binnen acht Minuten vor Ort zu sein, schaffen man. Bei den Gerätehäusern sieht er keine gravierenden Mängel, den Fuhrpark allerdings bezeichnet er als „etwas überaltert“ – eine neue Drehleiter sei erforderlich.

Ottweilers Bürgermeister Holger Schäfer erklärte zu den Ausführungen: „Wir haben sehr viel positives über unsere Feuerwehr gehört.“ Eine neue Drehleiter stehe auf der Agenda. Allerdings verwies er auch darauf, dass Ottweiler eine Haushaltssanierungsgemeinde sei. Eine neue Drehleiter, erläutert die Verwaltung auf Nachfrage, werde in Ottweiler selbst stationiert, um dann für alle Stadtteile zur Verfügung zu stehen.