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Zur Erinnerung
Erinnerungen an das jüdische Leben

Ottweiler. Mit rosafarbenem Granit sollen in Ottweiler die Umrisse der ehemaligen Synagoge nachgezeichnet werden. red

Auf Vorschlag der CDU-Ortsratsfraktion in Ottweiler hat der Bau-, Umwelt- und Sanierungsausschuss beschlossen, im Natursteinpflaster des Schlosshofes und des Pauluseck die äußeren Grundmauern der Synagoge zur Erinnerung an den 80. Jahrestag der Pogromnacht in Deutschland nachzubilden, der sich am 9. November jährt. Das hat das Ottweiler Amt für Öffentlichkeitsarbeit mitgeteilt. Auch in Ottweiler wurden Juden verfolgt, verhaftet, misshandelt und verschleppt, auch in Ottweiler begann mit diesem Datum das Ende jüdischen Lebens, der jüdischen Kultur.


Die Inneneinrichtung der Synagoge wurde in der Pogromnacht geplündert und auf dem Schlosshof im Beisein der Öffentlichkeit verbrannt. Wenig später wurde das damals rund 100 Jahre alte jüdische Gotteshaus völlig zerstört. In sinnvoller Ergänzung zu dem bereits bestehenden Mahnmal, das 1988 auf Initiative des damaligen evangelischen Kirchenkreises zum 50. Jahrestag des Pogroms im Fornarohof errichtet wurde und zum Projekt „Stolpersteine in Ottweiler“, werden die Grundmauern der ehemaligen Synagoge als dauerhaftes Zeichen der Erinnerung in Natursteinpflaster von Schlosshof und Pauluseck nachgebildet.

Die in den 90er Jahren errichtete „Ringbebauung“ am Schlosshof steht im nördlichen Teil fast genau auf der früheren Häuserzeile, zu der auch die 1840 errichtete Synagoge der jüdischen Gemeinde Ottweiler gehörte. Die zum Schlosshof zeigende Gebäude-Flucht der heutigen Bebauung ist identisch mit der früheren, jedoch im östlichen Teil zum Schlosstheater hin etwa fünf Meter kürzer. Die Synagoge stand in diesem östlichen Teil, so dass ihre Grundfläche um etwa fünf Meter aus der heutigen Bebauung herausragt. Die ehemaligen Grundmauern werden durch ein rosa Granitpflaster nachgebildet.



Die Arbeiten werden durch den Bauhof der Stadt Ottweiler durchgeführt.