Erinnerung an die Familie Salm

„Erinnerungsarbeit“ leisten in Ottweiler die Stolpersteine von Gunter Demnig. Er verlegte drei mit Namen versehene Steine in der Enggass beziehungsweise in der Martin Luther-Straße für die Familien Salm.

In Ottweiler ist die Aktion "Stolpersteine" vom Kölner Künstler Gunter Demnig fortgesetzt worden - in Erinnerung an frühere Ottweiler Bürger, die während der Zeit des Nationalsozialismus flüchteten, in Vernichtungslager deportiert wurden, zu Tode kamen oder ermordet wurden.

Konkret wurde dreier jüdischer Familien gedacht - der Familie Julius, Erna und Kurt Salm in der Enggass 5, der Familien Arthur, Mathilde, Marliese und Margarethe Salm , der Familie Max, Milli, Fritz und Ilse Salm ; diese beiden Familien lebten in der Martin-Luther-Straße. Schüler des Ottweiler Gymnasiums und der Gemeinschaftsschule Anton-Hansen skizzierten während der Verlegung in kurzen Vorträgen die Biographien der Gewaltopfer. Diese Darbietung wurde zuvor mit Eva Hans von der Gemeinschaftsschule einerseits und Volker Rath vom Gymnasium andererseits vorbereitet. Vertreter der Konfessionen - darunter Pater Otto und Diakon Peter Munkes für die katholische Kirche, Pfarrer Erhard Kern für die evangelische Kirche und Erika Hügel für die Synagogengemeinde Saar - erinnerten ebenfalls an das Leid.

Bürgermeister Holger Schäfer ging während der Verlegung und während der nachfolgenden Gedenkfeier im Landratsamt auf das Schicksal dieser Menschen ein. Er dankte allen Beteiligten für ihre Mitwirkung oder Teilnahme an der Aktion, nicht zuletzt dem Ottweiler Bürger Hans-Joachim Hoffmann, der die Initiative zur Erinnerungsarbeit ergriff. Holger Schäfer : "Die Bereitschaft zur Auseinandersetzung ist vorhanden. Weitere Steine werden in Ottweiler zu verlegen sein." Gleichermaßen soll an politisch Verfolgte und Euthanasieopfer erinnert werden. Die Gastgeberin der Gedenkfeier, die Landrätin Cornelia Hoffmann-Bethscheider, betonte die Bedeutung der Zusammenkunft im historischen Sitzungssaal. Ilse Drews, ein Gast aus Hamburg, berichtete von ihren Begegnungen mit Nachfahren der Familien Salm in Israel. Hans-Joachim Hoffmann stellte mit Schülern des Gymnasiums Ottweiler Gedanken zur Bedeutung eines Namens vor.

Musikalische Beiträge ergänzten die Ansprachen, gestaltet von Kim-Thanh Hoffman (Klavier ), Annika und Bjarne Buhtz (Klarinette/Klavier ). Auch die Gemeinschaftsschule steuerte einen Beitrag bei (Leitung: Dietmar Kempf, Klavier ; Shaylea Norried, Gesang, und Manuel Galba, Percussion). Unter der Leitung von Felix und Martin Maurer beziehungsweise Holger Bettinger sind die aktuelle und die zurückliegende Verlegung filmisch dokumentiert worden. Die Filme sollen zu gegebener Zeit gezeigt werden, heißt es in der Pressemitteilung aus dem Rathaus abschließend.

Weitere Infos: Maria Pelzer, Stadt Ottweiler , Telefon (0 68 24) 30 08 28.

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