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Enten mit Schals und Stiefeln

Handgemachte Produkte, wie diese geschnitzten Enten, waren bei den Besuchern beliebt. Foto: ani
Handgemachte Produkte, wie diese geschnitzten Enten, waren bei den Besuchern beliebt. Foto: ani FOTO: ani
Fürth. Allerlei Handgemachtes gab es beim 12. Leinblütenfest am vergangenen Sonntag in Fürth zu entdecken. Der Bauernmarkt bot Vielfalt mit 35 Ausstellern und das Mühlrad ratterte. Anika Meyer

Ein Maler mit Fimmel für Nostalgie-Romantik hätte es kaum schöner hinbekommen: Durch die Wiese rund um die historische Ölmühle Wern in Fürth zog sich beim Leinblütenfest am Sonntag ein Bauernmarkt mit rund 35 Ausstellern, die allerlei Handgemachtes anboten: Käse, Honig, Nougat, Edelbrände, Pflanzen, Gartenschmuck, Lampen, Näharbeiten und mehr gab es zu entdecken. Irgendwo dazwischen flocht ein Mann Weidenkörbe, spann eine Frau Wollfäden und konnten die Besucher sogar selbst Seile herstellen.

Familie Hennes aus Ottweiler wollte das sogleich ausprobieren. Ein bisschen drehen, fixieren und schon war das Springseil für den Nachwuchs fertig. "Toll, was hier alles geboten wird. Besonders interessant finde ich die Vertreter des alten Handwerks", sagte Frank Hennes. Aus Leidenschaft zu demselben sind auch die Seilmacher Dietmar und Jürgen Hennchen bei dem Fest dabei. "Wenn wir zu Veranstaltungen fahren, geht das finanziell null auf null auf. Wir machen das aus reiner Leidenschaft."

Die Besucherinnen Doris Schweißthaler und Marion Huth konnten sich kaum von einem Stand mit bunten Figuren aus Ton und Holz lösen und ließen sich schließlich zwei geschnitzte Enten mit Stiefelchen und roten Schals einpacken. "Tolle Dinge findet man hier. Die ganze Atmosphäre ist sehr schön."

Im Mittelpunkt standen jedoch selbstverständlich die Mühle und die Leinblüte, die dem Fest (übrigens bereits im 12. Durchlauf) den Namen gibt. Nach der Blüte, erklärte Theresia Keller vom Ölmühlen-Team, die mit ihrem Mann das Restaurant Werns Mühle betreibt, würden die Samen geerntet und das ganze Jahr über immer wieder frisch gepresst. In der Mühle, wo man das Mühlrad rattern sehen konnte, erklärte Willi Wern, wie das Herstellen verschiedener Öle funktioniert. Auch Walnüsse presst das Team, das Ergebnis durften die Besucher gleich kosten. "Der große Unterschied zum modernen Verfahren liegt darin, dass bei uns keine Wärme erzeugt wird", so Wern. Die Pressung sei also schonender

Die kleinen Besucher begeisterten vor allem die Tiere, die am Rand des Geschehens in ihren Gehegen im Schatten lagen oder auch mal über den Markt geführt wurden. So die Ziegen von Christel Mathieu, außerdem gaben Schäfer Mirko Schulz und Anja Faust von der Arbeitsgemeinschaft Border Collie Hüte-Vorführungen. "Wir wollen damit zeigen, wie diese Arbeit heute aussieht und auch, dass Border Collies solche oder ähnliche Aufgaben brauchen."

Außerdem gab es alte Traktoren und weitere nostalgische Maschinen zu sehen, beispielsweise eine Dieselmotor-Bandsäge, die in ihrer Form einer Lokomotive ähnelte. Der Biologe Werner Butz, der Männerchor des Ortes und weitere Beteiligte gestalteten das Rahmenprogramm mit.

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