Eintauchen in die Vergangenheit

Ein Garten der Erinnerung wurde in Steinbach eingeweiht. Im ehemaligen Pfarrgarten wächst im Hochbeet Gemüse; Blumen und Sträucher wurden zwischen dem alten Baumbestand und den Hecken gepflanzt. Der Garten ist für alle offen.

. Fein herausgeputzt präsentierte sich der ehemalige Pfarrgarten hinter dem Pfarrhaus in Steinbach. Der Caritasverband hat dort in unmittelbarer Nachbarschaft ihres Café Plauderstübchens einen Garten der Erinnerung, auch Demenzgarten genannt, eröffnet.

In diesem Garten können vor allem ältere oder an Demenz erkrankte Menschen in die Vergangenheit eintauchen, betonte Franz-Josef Niehren, Geschäftsführer des Caritasverbandes, bei der Einweihungsfeier. Denn der Garten habe im Leben der Älteren meist eine besondere Bedeutung, die lebenswichtig war. Und mit einem Garten hängt nicht nur Arbeit zusammen, sondern auch Säen und Ernten und die spätere Verarbeitung der Früchte und des Gemüses. Diese Dinge sind den Älteren vertraut, außerdem beruhigt Gartenarbeit. Ein Hochbeet wurde angelegt, das auch für Rollstuhlfahrer zugänglich ist. Salat, Kohlrabi, Tomaten und Zucchini wachsen bereits dort. Daneben in der Kräuterspirale können die Besucher und Nutzer zahlreiche Kräuter schmecken und riechen.

Auch wurde neben den bequemen Bänken an einem Stab Schalen befestigt, die mit unterschiedlichsten Materialien wie zum Beispiel Sand und Kies gefüllt sind. Greifen, Fühlen und Tasten sollen damit wieder aktiviert werden. Und das alles unter einem alten Baum- und Heckenbestand. Alte Blumensorten wurden hier gepflanzt sowie zahlreiche Beeren, die die Besucher auch zum Naschen einladen.

Zur Einweihung waren Sozialministerin Monika Bachmann, Bürgermeister Klauspeter Brill sowie der Steinbacher Ortsvorsteher Jörg Wilbois erschienen. Pastor Hermann Zangerle segnete den Garten und damit auch seine späteren Besucher und Gäste.

19 000 Euro hat das Projekt gekostet. Auf dem Gelände soll auch noch eine Toilettenanlage gebaut werden, erläuterte Rudi Fuchs von der Pfarrgemeinde. Auch die erste Etage des Pfarrhauses soll für gemeindliche Zwecke und als Versammlungsräume genutzt werden. Fuchs betonte ausdrücklich, dass der Garten für alle offen stehe.