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Neues Buch
Eine Tür zur Vergangenheit öffnen

Horst Schiffler stellte im Michel-Verlag in Ottweiler sein Buch „Eine Tür zur Vergangenheit“ vor. Passend zum Titel, und angelehnt an die vorangegangenen drei Bände, ziert eine historische Tür das Buchcover – diesmal die des Stengel-Pavillons.
Horst Schiffler stellte im Michel-Verlag in Ottweiler sein Buch „Eine Tür zur Vergangenheit“ vor. Passend zum Titel, und angelehnt an die vorangegangenen drei Bände, ziert eine historische Tür das Buchcover – diesmal die des Stengel-Pavillons. FOTO: Andreas Engel
Ottweiler. Horst Schiffler stellt sein aktuelles Buch vor. Darin sind historische Geschichten rund um Ottweiler zu entdecken. Von Anja Kernig

Nur zu gern hieß Hausherr Hans Paul die Gäste in der „kleinen Disputier-Kammer“ des Michel-Verlags willkommen. Immerhin drehte sich der Termin um ein Buchprojekt, mit dem zwar kein Gewinn zu machen ist, das ihm aber besonders am Herzen liegt.


So hat Professor Horst Schiffler ein weiteres Werk mit Bezügen zu Ottweiler verfasst. Es trägt den Titel „Eine Tür zur Vergangenheit. Historische Erzählungen für Kinder und Junggebliebene“ und steht als viertes Buch in einer Reihe, die im Michel-Verlag erschien. Natürlich ziert Schifflers neuestes Werk wieder eine historische Tür. Diesmal die barocke des Stengel-Pavillons. So gesellt sich Nummer vier auch optisch zu den vorausgegangenen Bänden „Bleib bei de Dier“, „Mach zu, es zieht“ und, zuletzt erschienen vor vier Jahren, „Jetzt reicht’s – vor die Tür!“.

„Dieser Herr Hoffmann ist eigentlich schuld“, meinte der Autor augenzwinkernd mit Blick zu Ralf Hoffmann, seinem Nachfolger im Amt des Leiters des Schulmuseums Ottweiler. „Letztes Frühjahr hat er überlegt, was er alles im Schulmuseum veranstalten könnte.“

So entstand die Idee, Kindern die Sagen vom Kloster Neumünster näherzubringen. Schiffler war dazu bereit, merkte aber schnell, dass das „höchstens zehn Minuten“ füllt. Also suchte er nach weiterem Material, wurde aber in der einschlägigen Literatur nicht fündig. „Da stand die Frage im Raum: Soll ich Herrn Hoffmann absagen oder selber etwas schreiben?“, erinnerte sich Schiffler. „Es ging. Bis Juni hatte ich eine kleine Lesestunde zusammen.“

Der Schritt zum Buch war dann kein besonders großer mehr. Wohl musste man sich aber Gedanken über das Wie und Was machen. So sollte alles „historisch möglichst authentisch“ sein.



Den zeitlichen Rahmen für die Geschichten fasste Schiffler weit: „vom Mittelalter, 14. Jahrhundert, bis in die jüngste Vergangenheit, knapp jetzt vor unserer Zeit“. Etwas „bremsen“ musste sich der ehemalige Leiter des Ottweiler Schulmuseums allerdings in Sachen „pädagogischer Anspruch“. „Wenn man den im Blut hat, schlägt der sich auch aufs Papier nieder.“ Der Spagat ist gelungen, genauso wie der Anspruch, dass sich heutige Kinder möglichst mit den Protagonisten der fiktiven Geschichten identifizieren können. „Sie sollen denken, das da hätte ich gewesen sein können“, erklärt Schiffler. Wo es möglich war, bezog Schiffler historisch belegte Persönlichkeiten ein, etwa den Maler Johann-Heinrich Schmidt, Spitzname Fornaro, der als Kind im Buch vorkommt, oder Pfarrer Georg Christian Woytt, der in „Das Rübenwunder“ einem Tagelöhner Arbeit in seinen Terrassengärten verschafft.

Um den Kindern den Einstieg in das jeweilige Thema — Einweihung der Victoriabrücke zum Beispiel oder warum heißt das Schlosstheater so — zu erleichtern, baute der Autor die „harten Fakten“ in eine Rahmenhandlung, die sich als roter Faden durch das 64 Seiten umfassende Buch zieht. Dabei spazieren Heiko, ein etwa zehnjähriger Junge, und sein Großvater durch Ottweiler und entdecken immer wieder etwas, das mit der hiesigen Geschichte zu tun hat. Zurück hält sich Schiffler mit allzu konkreten Beschreibungen, „alles soll eher wie ein Beispiel für diese bestimmte Zeit wirken, mehr exemplarischen Charakter haben“.

Hans Paul lobte den Autor dafür, „auch in der Fiktion wissenschaftlich akribisch“ vorzugehen. Und da sich Schiffler wohl schon mit einem nächsten Projekt trägt, darf man sich schon auf Nummer fünf freuen. Erscheinen wird es natürlich wieder im Michel-Verlag: „Wenn der Schiffler Horst kommt und sagt, ich hab wieder was, kann ich nicht nein sagen.“