1. Saarland
  2. Neunkirchen
  3. Ottweiler

Eine Schultüte als Abschiedsgeschenk

Eine Schultüte als Abschiedsgeschenk

Die Schule sei fast so etwas wie der Himmel auf Erden gewesen, es sei ihnen nur nicht immer bewusst gewesen, sagten die Schüler in einer ihrer Reden. Wie das eben so ist, realisiert man sein Glück oft erst, wenn sich etwas ändert.

Und für die Abschlussschüler der Anton-Hansen-Schule in Ottweiler ändert sich jetzt einiges, zumindest für diejenigen, die sie verlassen: Den vertrauten Alltag an der Gemeinschaftsschule tauschen sie gegen eine Zukunft, in der es vermutlich nicht immer so behütet zugehen wird.

Trotz aller Wehmut, war aber selbstverständlich auch die Freude groß - über die eigene Leistung und den Start in ein Leben auf eigenen Beinen. Vanessa Dahl aus Ottweiler beispielsweise tritt eine Ausbildung im Bereich Wirtschaft in einem Pflegeheim an: "Meine Schwester macht das und was ich von ihr mitbekomme, gefällt mir sehr gut." Den besten mittleren Bildungsabschluss hat Lukas Memmer aus Wemmetsweiler gemacht. "Das ist schon ein gutes Gefühl. Da weiß man, wofür man gearbeitet hat all die Jahre", sagt er. Er will die gymnasiale Oberstufe besuchen und Grundschulpädagogik studieren.

Insgesamt 32 Schüler haben den Hauptschulabschluss in der Tasche, 17 davon mit Qualifikation für Berufsfachschulen . Weitere 32 haben den Mittleren Bildungsabschluss, acht davon mit Berechtigung auf Qualifikation für die gymnasiale Oberstufe. Doch bevor alle ihrer Wege gehen, ließ man es bei der Abschlussfeier im Schlosstheater Ottweiler noch einmal krachen. Ein buntes Programm hatten die Schüler zusammengestellt, mit Musik, Gesang, Tanz und beispielsweise einem Sketch mit Berufsvorschlägen für Unentschlossene: Wie wär's mit Sandmann oder Prinzessin?

Schulleiter Klaus Jürgen Willms hatte für seine Abschlussschüler gebastelt: eine Schultüte mit Symbolen für Erfahrungswerte. Ein Hausaufgabenbuch war beispielsweise darin: "Etwas Planung gehört zum Leben". Und ein Krankenschein: "Nicht nur Noten zählen, sondern auch Verlässlichkeit."

Im Namen des Landkreises gratulierte der Beigeordnete Gerd Rainer Weber den Jugendlichen: "Bildung bedeutet mehr als abrufbares Wissen." Im Namen der Stadt gratulierte Bürgermeister Holger Schäfer : "Schauen Sie immer nach vorne!" Und auch von Elternvertreterin Patricia Delu gab es einige Worte mit auf den Weg. Die Schüler würdigten das Ereignis gleich mit mehreren Reden - von jeweils mehreren Schülern aller Abschlussklassen. Dabei verglichen sie den Abschluss mit einen Zugstopp im Bahnhof: Die Passagiere stiegen nun für ihre Weiterreise auf verschiedene Züge um.

Die "Fahrscheine" in die Zukunft, die Zeugnisse, gab es dann schließlich unter großem Applaus in die Hand.

Einige Schüler wurden zudem für besondere Leistungen in einzelnen Fächern geehrt: Lukas Memmer, Dennis Geib, Cathleen Vogeler, Elisabeth Murasov, Johanna Günther, Tiziana Sardo und Jennifer Buhles.