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Überraschung
Eine Schatztruhe für das Ottweiler Stadtmuseum

Paul-Gerhard Zeiger, Hans Paul, Ingo Klein, Hans-Heinrich Rödle und Dieter Robert Bettinger (v. l.) sahen sich die Schriftstücke an.
Paul-Gerhard Zeiger, Hans Paul, Ingo Klein, Hans-Heinrich Rödle und Dieter Robert Bettinger (v. l.) sahen sich die Schriftstücke an. FOTO: Ralf Hoffmann
Ottweiler. Hans Paul, Ottweiler Drucker und heimatverbundener Mensch, überlässt eine Sammlung historischer Dokumente und anderer Archivalien der Franzosenzeit.

() Das erleben die Mitglieder des Vereins für das Stadtgeschichtliche Museum in Ottweiler nicht alle Tage. Hans Paul schaute vorbei, hatte eine alte Holztruhe dabei, stellte sie im Museum auf den Tisch und öffnete diese. „Im Namen des Vorstandes des Stadtgeschichtlichen Museums danke ich Dir, lieber Hans Paul, für die Überlassung dieser Schatztruhe“, sagte Hans-Heinrich Rödle, Bürgermeister a. D. und Vorsitzender des Vereins. Paul übergab den Mitgliedern des Stadtgeschichtlichen Museum ein persönliches Geschenk.


Hans Paul ist in Ottweiler bekannt. Über Jahrzehnte baute er gemeinsam mit seiner Frau Gabriele die Ottweiler Druckerei auf und führte diese. Er ist weiterhin im Michel-Verlag aktiv und zeigte sich dem Vereinsleben seiner Heimatstadt eng verbunden. In der prall gefüllten Truhe selbst sind zwar keine Münzen oder Goldstücke vorzufinden, dafür aber Urkunden und alte Schriftstücke, die einen Bezug zu Ottweiler und seiner Geschichte haben. „Um was es sich im Einzelnen handelt, das wird genau geprüft“, sagte Dieter Robert Bettinger, ehrenamtlicher Leiter des Stadtarchivs und des Stadtmuseums. Rödle ergänzte: „Wir werden die Geheimnisse der Truhe mit Bedacht zu Tage fördern.“ Ein kurzer Blick zeigte, dass es sich um Archivmaterial aus dem 18. und 19. Jahrhundert handelt. „Es dreht sich ausweislich eines Gutachtens von Peter Köhl vom Institut für Bewertung alter Kunst, Saarbrücken, um echte Dokumente im Zusammenhang mit den Saarbrücker Fürsten, der französischen Regierung unter Kaiser Napoleon sowie um anderes mehr“, informierte Hans Paul.

Hans Paul blendete zurück und schilderte, wie er zu dieser Truhe kam. Sie war im Besitz der Ottweiler Familie Simon und gelangte in einem weiteren Schritt über ein Saarbrücker Auktionshaus zu ihm. Die Truhe sowie unterschiedliche weitere Quellen, darunter Filme, Fotos und Dias, übergab Hans Paul ebenfalls dem Stadtmuseum. Im Stadtarchiv, das in den Räumen des Stadtmuseums angesiedelt ist, sind die Truhe und ihr Inhalt jedenfalls gut aufgehoben.