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Ottweiler
Eine App macht Lust auf die Schul-Geschichte

Vor Ort demonstrierte der elfjährige Simon Maurer das neue digitale Angebot des Schulmuseums. Projektleiterin Sabine Geith vom Saarländischen Museumsverband, Museumspädagogin Bettina Heisel und Ottweilers ehemaliger Bürgermeister Hans-Heinrich Rödle (v.l.) zeigten sich begeistert.
Vor Ort demonstrierte der elfjährige Simon Maurer das neue digitale Angebot des Schulmuseums. Projektleiterin Sabine Geith vom Saarländischen Museumsverband, Museumspädagogin Bettina Heisel und Ottweilers ehemaliger Bürgermeister Hans-Heinrich Rödle (v.l.) zeigten sich begeistert. FOTO: Andreas Detemple
Ottweiler. Saarländisches Schulmuseum in Ottweiler stellt virtuelles Angebot vor. Museumsbesuch soll durch digitale Medien attraktiver werden. Von Andreas Detemple

Immer für eine Überraschung gut ist man im Saarländischen Schulmuseum in Ottweiler. Ab jetzt heißt es 1000 Jahre Schulgeschichte nicht nur visuell, sondern auch virtuell erleben. Im Rahmen eines Pressetermins wurde  das neue digitale Angebot des Schulmuseums Ottweiler offiziell vorgestellt.


„Unser Ziel ist es mit diesem Angebot die Jugend anzusprechen und den Museumsbesuch noch attraktiver zu gestalten“, so Hans-Heinrich Rödle von der Stiftung Saarländisches Schulmuseum. „Wir bieten unseren Besuchern ab sofort eine Actionbound an. Actionbound ist eine Möglichkeit,  mit der ein Handy- oder Tablet-Nutzer eigene mobile Abenteuer erleben kann.“ Nach der Installation der Actionbound-App geht es schon los. Man liest mit dem Handy oder dem Tablet einen QR-Code im Eingangsbereich des Schulmuseums ein und schon können sich die Besucher einzeln oder in Gruppen auf Spurensuche begeben. Dabei müssen nicht nur Orte aufgesucht und Quizfragen beantwortet werden, denn Actionbound bietet eine interaktive Ausstellung.

Es können Fotos aufgenommen und kleine Filme gedreht werden. Gruppen können gegeneinander spielen, Punkte sammeln und sich mit anderen im Wettbewerb messen. „Neue Medien wie der Actionbound schaffen Anreize gerade für jüngere Besucher, Familien und Schulklassen, sich interaktiv und spielerisch mit der Geschichte auseinander zu setzen und unsere Museumswelten zu erkunden“, erklärte Projektleiterin Sabine Geith vom Saarländischen Museumsverband (SMV). Daher hat der SMV beschlossen, die mittleren und kleinen Museen im Saarland in einem Pilotprojekt aktiv bei der Einbindung neuer Medien zu unterstützen. Neben dem Schulmuseum in Ottweiler können auch die Römische Villa Borg, das Stadtmuseum Wadern und das Heimatmuseum Quierschied einen Actionbound entwickeln und ein Jahr lang testen. Die Kosten dafür trägt der Museumsverband. Die Museumspädagogin Bettina Heisel entwickelte den Actionbound des Schulmuseums in Ottweiler mit Unterstützung des SMV.



Und der macht richtig Spaß, wie der elfjährige Simon Maurer aus Welschbach, Schüler des Gymnasiums in Ottweiler, bei seinem Test vor Ort bestätigte. „Das Ganze ist kinderleicht und macht viel Freude. Man erlebt ein Museum mal mit ganz anderen Augen, auch weil man sich durch den Actionbound viel intensiver mit dem dargestellten auseinandersetzt.“ Los geht es schon hinter der Außenfassade des Schulmuseums, wo man im damaligen Sportbereich historische Turngeräte erkennen muss. Im Innern des Museums stellen sich dann Fragen zu dargestellten Bildern und historischen Schulexponaten. Die Fragen kann man natürlich nur richtig beantworten, wenn man sich auch intensiv mit den dargestellten Exponaten beschäftigt. „Es ist wirklich toll“, resümierte Simon Maurer. „Man wird durchs Museum geführt und erkennt Dinge, über die man normalerweise nie gestoßen wäre. Diese tolle digitale Schnitzeljagd kann ich wirklich weiterempfehlen.“ Ein Lob das Hans-Heinrich Rödle gerne entgegennahm: „Der Actionbound ist eine großartige Bereicherung für unser Museum und ich danke dem Saarländischen Museumsverband für die Kooperation und für den neuen Impuls.“