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Einblicke in die Welt der Honigbiene

Einblicke in die Welt der Honigbiene

Der Bienenzuchtverein Ottweiler hat am Wehlenberg, in der Nähe des beliebten Steinbachpfades, einen Schaukasten mit Bienen und Infotafeln errichtet. Wer sich für die Imkerei interessiert, kann gerne auch zum Stammtisch kommen.

Eine Schautafel informiert über die Pflege der Bienen und die Honig-Gewinnung.

. Allerlei über die Imkerei kann man am Wehlenberg in Steinbach erfahren. Die Imkerei oder Bienenzucht ist "eine Tradition mit neuen Zielen", wie in der Schautafel am Wegesrand beschrieben. Es gibt sie schon, seit die Menschen sesshaft sind. Über Jahrtausende ging es dabei vor allem um die Honig- und Wachsgewinnung.

Die zeitgemäße Imkerei versucht, die Völkervermehrung und Honiggewinnung im Einklang mit dem Lebensrhythmus des Bienenvolkes zu nutzen. Im Mai beginnt die Honig-ernte. An den mit Wachs verschlossenen Honigzellen erkennt der Imker, dass der Honig reif ist. Bevor er ihn ernten kann, müssen die Wachsdeckel der Honigzellen entfernt werden. Die Waben werden in einer Zentrifuge geschleudert und der Honig tritt heraus.

Die Bienenbestände sind gefährdet. Nach der Honigernte kämpfen die Imker gegen die Varroamilbe. Wilde Honigbienen gibt es in Europa nicht mehr. Unbehandelt fallen Wildvölker der Milbe zum Opfer. Es gibt folglich nur noch die Honigbienen, die von den Imkern geschützt und betreut werden. Bienen sterben durch Vergiftungen - sowohl durch Insektizidanwendungen der Hobbygärtner als auch durch landwirtschaftliche Gifte. Eine dritte tödliche Gefahr: Bienen verhungern, weil großflächige Monokulturen keine beziehungsweise keine dauerhafte Nahrung mehr bieten. Hans Leibenguth aus Steinbach , Mitglied im Bienenzuchtverein Ottweiler, erklärt während eines Ortstermins am Wehlenberg die Zusammenhänge, wie es in einer Pressemitteilung der Stadt weiter heißt. Leibenguth zeigt den beidseitig einzusehenden Schaukasten mit den Bienen, Waben und der Königin. Diese ist eigens mit einem blauen Punkt gekennzeichnet.

In unmittelbarer Nähe sind die Magazinbeuten aus Holz aufgebaut. An den Einflugschneisen herrscht ein reges Treiben, das sich bei den zunehmenden Sommertemperaturen verstärken wird.

"Wir wollten hier in der Nähe des gut besuchten Steinbachpfades die Imkerei veranschaulichen", blickt Leibenguth zurück. Dazu wurden der Schaukasten und die Informationstafeln errichtet. Auch der Obst- und Gartenbauverein Steinbach und der Bauhof gingen gemeinsam mit den Imkern das Vorhaben an und setzten es schließlich um.

Reinhard Rösler, Vorsitzender des Bienenzuchtvereins Ottweiler, erklärt: "80 Prozent des Honigs werden nach Deutschland importiert. Mit dem Honigkauf beim regionalen Imker unterstützen Sie die Natur, weil hier die Bestäubung durch Bienen stattfindet. Importhonige tragen nicht dazu bei. Die erkennen Sie auf dem Etikett durch die Kennzeichnung "aus EU und Nicht-EU-Ländern". Deutsche Honige unterliegen einer strengen Qualitätskontrolle . So darf - im Gegensatz zum Ausland - kein Antibiotikum eingesetzt und der Honig auch nicht erhitzt werden."

Der Vorsitzende Reinhard Rösler informiert weiter: Der Bienenzuchtverein ist über den Kreisverband (insgesamt sieben Landkreise) im Landesverband unter dem DIB (Deutscher Imkerverband) organisiert. Die Mitgliederzahl aktiver Imker in Ottweiler beträgt 58. Sie kommen aus dem Kreis Neunkirchen, einige auch darüber hinaus. Aktuell werden von den Mitgliedern 236 Bienenvölker betreut.

Die frühesten Aufzeichnungen, die über den Ottweiler Bienenzuchtverein vorliegen, stammen aus dem Juni 1909 in der "Rheinische Bienenzeitung". Mitglieder waren damals: Jakob Spaniol, Steiger Peter Petilliot, Jacob Baltes, Mathias Maurer, Lehrer Lander, Markus Pfaff, Ferdinand Klein und Lehrer J. Stoll.

Handschriftliche Aufzeichnungen gibt es seit 1984. Davor gab es zwei Bienenzuchtvereine in Ottweiler. Rösler: "Leider existieren keine Aufzeichnungen darüber. Ich wäre sehr dankbar, wenn es in der Bevölkerung noch irgendwelche Dokumente oder Fotos gäbe, die man mir zum Kopieren zur Verfügung stellt."

Wenn jemand Imker kennen lernen oder gerne Imker werden möchte: Interessierte Gäste sind zum Imkerstammtisch willkommen - jeweils am letzten Montag im Monat Oktober und November um 19 in der "Schafbrücker Mühle". Weitere Infos bei Reinhard Rösler, Telefon (0 68 24) 77 44.