Führung: Ein Rundgang über den jüdischen Friedhof

Führung : Ein Rundgang über den jüdischen Friedhof

Klaus Burr und Hans-Joachim Hoffmann laden in Kooperation mit der Kreisvolkshochschule (KVHS) Ottweiler am Samstag, 7. Oktober, 15 Uhr, zum Besuch über den jüdischen Friedhof ein.

Betritt man den Jüdischen Friedhof, so stellt man auf der rechten und linken Seite zunächst unbelegte Felder fest. Eine Skizze, erhalten in den Unterlagen des Friedhofsamtes der Stadt Ottweiler, liefert die Erklärung: Diese Fläche trennte die Stadt Ottweiler 1944 ab für die sogenannten „Ostarbeiter“, das heißt für in Ottweiler verstorbene Zwangsarbeiter. Die Eltern der hier bestatteten osteuropäischen (russischen) Zwangsarbeiter konnten bei der Geburt ihrer Kinder nicht ahnen, dass ihre Kinder durch die Eroberung Russlands verschleppt und in der Fremde ihr Leben lassen würden. „Weltgeschichte“ griff in ihr alltägliches Dasein ein und veränderte es grundlegend. Ein vergleichbares Schicksal erlitten die Vertriebenen der deutschen Ostgebiete während des Vorrückens der russischen Armee. Die letzten Bestattungen von Mitgliedern der jüdischen Gemeinde Ottweilers fanden 1935 statt: Am 23. Januar 1935 geleitete die jüdische Trauergemeinde Julius Michels in das „Haus des Lebens“; am 8. Mai 1935 nahmen Lilly Sender, geb. Salomon und am 25. Mai 1935 (Maxi-) Milian Salm Wohnung im „Haus der Ewigkeit“. Diese letzten Beisetzungen auf dem jüdischen Friedhof Ottweilers begründen sich ebenfalls in politischen, weltverändernden Entwicklungen.

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