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Leinblütenfest in Werns Mühle
Ein großer Tag für die alte Fürther Ölmühle

Das Leinblütenfest in Fürth lockt in jedem Jahr hunderte Besucher aus nah und fern.
Das Leinblütenfest in Fürth lockt in jedem Jahr hunderte Besucher aus nah und fern. FOTO: Andreas Engel
Fürth. Alte Bekannte und neue Standbetreiber kamen zum stark besuchten Leinblütenfest in und an der Ölmühle Wern in Ottweiler-Fürth. Von Birgit Wobido

Es klappert die Mühle am rauschenden Bach ... auch wenn sich das Wasserrad anlässlich des 14. Leinblütenfestes im Ottweiler Stadtteil Fürth am vergangenen Sonntag nicht drehte (der Wasserstand war nicht hoch genug), so bekamen die Besucher der Historischen Ölmühle doch einen überaus interessanten Einblick in die Mühlentechnik. Anschaulich erklärte Wolfgang Jochum, der zusammen mit dem Besitzer der Mühle, Willi Wern, und Herbert Kremp zum Ölmühlenteam gehört, wie mit Hilfe einer hydraulischen Presse Walnussöl gewonnen wird, welches in Flaschen abgefüllt im Mühlenlädchen vom Landgasthof Wern’s Mühle neben zahlreichen weiteren Produkten regionaler Lieferanten erworben werden kann.


Doch die Führung in der Ölmühle war nur einer von vielen Programmpunkten des Leinblütenfestes im Ostertal. Da durfte natürlich ein Stand mit frisch gepresstem Leinsamenöl aus saarländischem Anbau der Bliesgau-Ölmühle nicht fehlen, ebenso wenig wie ein Stand mit Kreationen aus altem Leinenstoff. Auf dem Bauern- und Handwerkermarkt herrschte reges Treiben. Zahlreiche Besucher kommen jedes Jahr gerne wieder und schätzen die Vielfalt des Marktes. Aber auch unter den Ausstellern gibt es „Wiederholungstäter“ wie die Käserei
Hirztaler oder Salzimporteur Schweizer mit seinen Salzen und Kräutermischungen. Zum ersten Mal wurde das Leinblütenfest von der Katholischen Jugend Fürth/Lautenbach unterstützt, die ihren selbstrenovierten Bauwagen präsentierten. Zu weiteren neuen Gesichtern unter  den Marktbetreibern gehörten unter anderem die Bliesgau-Schäferei Martin Ernst aus Blieskastel-Seelbach mit ihren Wild- und Wurstwaren, die Glücksfilzchen mit ihren liebevoll gefilzten Geschenkideen und eine Ausstellerin von Korkschmuck und Korkartikeln, die aus Luxemburg angereist war. Kulinarisch kamen die Gäste auf ihre Kosten, so hatte Gastgeber Markus Keller, der seit 2012 die Leitung des Landgasthofes Werns Mühle hat, „Walnussnudeln mit hausgemachtem Basilikumpesto und „Tafelspitz mit Meerrettichsauce“ im Angebot, für Nostalgiker unter den Marktbesuchern gab es natürlich auch wieder „Eierschmeer auf Brot“.

 Lauschige Plätzchen zum Verweilen waren zahlreich vorhanden, ob unter dem großen Kastanienbaum vor dem Landgasthof, auf der Sonnenterrasse oder im Schatten der Bäume auf der Festwiese.

Einige Gäste der gelungenen Veranstaltung waren mit der Ostertalbahn angereist, doch egal ob per Bahn, Fahrrad, zu Fuß oder mit dem Auto, der Besuch des Leinblütenfestes war einmal mehr lohnenswert und man darf jetzt schon gespannt sein, was im nächsten Jahr geboten wird. Vielleicht klappt es dann auch mit dem Mühlrad am rauschenden Bach.