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Ein großer Sohn der Stadt

Ottweiler. Noch bis zum 14. August sind im Ottweiler Landratsamt Werke des Ottweiler Künstlers und Pädagogen Professor Ernst Germer (1901-1987) zu sehen. Landrat Rudolf Hinsberger sprach bei der Vernissage im voll besetzten Sitzungssaal "von einem großen Sohn der Stadt Ottweiler"

Ottweiler. Noch bis zum 14. August sind im Ottweiler Landratsamt Werke des Ottweiler Künstlers und Pädagogen Professor Ernst Germer (1901-1987) zu sehen. Landrat Rudolf Hinsberger sprach bei der Vernissage im voll besetzten Sitzungssaal "von einem großen Sohn der Stadt Ottweiler". Vor zehn Jahren wurden dem Landkreis Werke Germers von seiner Tochter, der berühmten Pianistin Karin Germer, als Leihgabe überlassen, heißt es in einer Pressemitteilung weiter. Ihr Wunsch war es, das Werk Germers mit Unterstützung des Kreises wissenschaftlich aufzuarbeiten. "Das Wirken des Künstlers ist sehr vielschichtig. Mit dem Kunsthistoriker Jürgen Ecker fanden wir den richtigen Mann, der sich dem Projekt mit viel Spürsinn annahm. Der Katalog ist sehr gelungen und wird dem Künstler gerecht", so der Landrat. Designer Hans Huwer hat den Katalog ansprechend im 50er Jahre Retrodesign gestaltet. In einer leidenschaftlichen Rede würdigte Jürgen Ecker den Menschen und Künstler Ernst Germer. Im künstlerischen Bereich hob er die zeichnerischen Qualitäten Germers hervor: "Ernst Germer arbeitete unentwegt, in russischer Kriegsgefangenschaft führte er zeichnerisch Kriegstagebuch. Diese Eindrücke verarbeitete er in den 80er Jahren zu Ölgemälden." Ecker unterstrich auch das ehrenamtliche Engagement Germers in seiner Heimatstadt. Ernst Germer arbeitete für Vereine, etwa schuf er Werbegrafik für den Heimat- und Verkehrsverein Ottweiler.Großes Wandgemälde Auch Kunst im öffentlichen Raum wurde von ihm geschaffen. Ein großes Wandgemälde im Schlosstheater, aber auch von ihm geschaffene Brunnen sind Zeugen der Kreativität. Die große Bedeutung als Pädagoge hob der Kurator hervor - Germer war lange Zeit Vorsitzender des Landesverbandes Saar im Bund deutscher Kunsterzieher und Studienleiter am Hochschulinstitut für Kunst- und Werkerziehung Saarbrücken. Nach dem Tod seiner zweiten Frau, der Pianistin Marta Germer-Müller, siedelte er um nach Trippstadt, wo er bis zu seinem Tod im Jahre 1987 künstlerisch tätig war. Die Ausstellung im Witwenpalais zeigt aus dieser Zeit Stadtansichten von Ottweiler, Reiseimpressionen und Wurzelbilder aus dem Karlstal. Ermöglicht wurden die Ausstellung und der Katalog durch das Engagement der Sparkasse Neunkirchen. Professorin Karin Germer hatte eine Überraschung parat: Der Kreis erhält einige Werke Germers als Schenkung; die verbleibenden Werke gehen als Dauerleihgabe an das Stadtgeschichtliche Museum Ottweiler. redDie Ausstellung ist montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr im Witwenpalais Ottweiler (Landratsamt, Wilhelm-Heinrich-Straße 36) zu besichtigen. Der Eintritt ist frei. Den Katalog gibt es für fünf Euro bei der Tourist-Info der Stadt Ottweiler und im Landratsamt.