Ein besonderer Glücksfall

37 junge Männer des weltbekannten Chors waren zu Gast in Ottweiler. Für die Sänger war es eine Reise unter vielen, für die Organisatoren aber war ihr Auftritt und das Mitwirken bei der Palmweihe ein außergewöhnliches Erlebnis.

Weltruhm hin oder her: Am Samstagabend galt es, die Betten selbst zu beziehen - in welche die 23 Jungen und 14 jungen Männer anschließend rechtschaffen müde gefallen sein dürften. Das war am späten Samstagnachmittag bereits absehbar, als Josef Schuh, Gründer und Vorsitzender des Fördervereins Bliestaldom, und Bürgermeister Holger Schäfer den Tölzer Knabenchor samt Begleitteam in der Landesmusikakademie bei Kakao und Streuselkuchen willkommen hießen.

Um 9 Uhr war man in München in den Reisebus ein- und um 15.45 Uhr in Ottweiler wieder ausgestiegen. Zwischendurch wurde im Bus nicht nur ein Film angeschaut - "Die Chroniken von Narnia III", sondern auch fleißig geübt: "Es gab Stimmproben und wir sind Solopassagen durchgegangen", erzählt Clemens Haudum, der mit Christian Fliegner die künstlerische Leitung innehat. "Unser künstlerischer Anspruch ist bei diesem Konzert im Bliestaldom wie bei jedem anderen auch. Wir verlangen 100 Prozent von jedem Sänger ."

Bis zu 250 nationale und internationale Konzerte und Opernaufführungen bewältigt der Konzertchor im Jahr. Die Besetzung ist variabel, Solistenauftritte, Krankheit oder Stimmbruch sorgen für regelmäßige Umbesetzungen. Insgesamt gehören dem Tölzer Knabenchor 220 Sänger an. Während der Abstecher ins Saarland für die zehn- bis 26-jährigen Chorsänger eine Reise unter vielen war, ist der Auftritt des renommierten Ensembles für Schuh und alle kulturinteressierten Saarländer ein Ereignis und "ein Glücksfall". "Es war nicht einfach, den Chor hierher zu kriegen", verrät der 85-Jährige. "Wir stehen seit einem Jahr in Kontakt." Auf seinen Wunsch hin war dieses Engagement zu Stande gekommen: "Als ich in München war, hatte ich die Tölzer Knaben live gehört. Mich hat das damals so fasziniert, dieser engelgleiche Gesang", schwärmt der Unternehmer. Etwas Schöneres konnte er sich für das Abschlusskonzert der Feierlichkeiten zum 110-jährigen Bestehen der Pfarrkirche St. Remigius nicht vorstellen. Während Chor-"Kollegen" am Wochenende in der Semperoper Dresden und dem Münchner Nationaltheater solistisch auftraten, interpretierte der Konzertchor am Palmsonntag Werke von Bach, Bartholdy, Bruckner und Schubert in Bliesen. Und damit sich die Fahrt ins Saarland lohnt, hatte am Vormittag noch die Mitwirkung der Palmweihe vor der Hospitalkirche mit anschließender Prozession zur Basilika St. Wendelinus auf dem Programm gestanden. Und Montag? Ging es in die Osterferien.