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Ein Abend der großen Hör-Momente

Ottweiler. Mit Melodien aus Musicals hatte die „We sing“-Truppe um Viktoria Bick, Dominik Kornadt und Alexandra Knopp ein spannendes Programm zusammengestellt. Unterstützt von einer fünfköpfigen Band, sorgten sie für ein rundes Klangerlebnis. Anja Kernig

. Musical (fast) ohne Kostüme, Kulisse und Requisite? Wer will sowas?, wird sich der Uneingeweihte vor der Premiere des dritten abendfüllenden Programms des ambitionierten Gesangstrios "We sing" gefragt haben.

Nun, es wollen viele. Sehr viele: Komplett besetzt war der Saal des Schlosstheaters, als die Scheinwerfer am Samstagabend angingen. Die 500 Zuhörer verschmolzen im Laufe der nächsten zweieinhalb Stunden zu einer andächtig lauschenden, hin und wieder lachenden, ansonsten aber vor allem genießenden Einheit.

Gemäß dem Gesetz des Wachstums ging diesmal ein noch größeres Ensemble mit größerer Band als in den letzten Jahren an den Start. Im Mittelpunkt des Konzertes standen neun ausgebildete Stimmen - die der "We sing"-Macher Viktoria Bick, Dominik Kornadt und Alexandra Knopp und ihrer Freunde. Dass nicht nur auf Ohrwürmer aus Musical-Klassikern wie "König der Löwen" oder "Das Phantom der Oper" gesetzt wurde, sondern auch auf neue Werke wie "Ghost" oder "Catch me if you can", spricht für den Anspruch der jungen Truppe - und ihr Können.

Die in Schwarz mit einem Tupfer Grün - in Form einer Krawatte, eines Tuchs oder Turnschuhen - gehaltene Kleidung der Akteure lenkte den Fokus bewusst auf das Hörerlebnis. Moderiert wurde das Programm konsequenter Weise von einer körperlosen Stimme aus dem Off, die an Computerstimmen aus alten Weltraum-Serien erinnerte.

Dramatischer Wendepunkt

Zum Auftakt intonierte das Ensemble "A new world" aus dem 1995 in New York uraufgeführten Erstlingswerk von Jason Robert Brown "Songs for a new world". Darin geht es um Menschen am dramatischen Wendepunkt ihres Lebens, konfrontiert damit, sich entscheiden zu müssen - den Aufbruch zu wagen in eine ungewisse Zukunft oder im Jetzt zu verharren, im Stillstand, im Tod: eine Ansage, die perfekt passte. Sollte es doch der Abend der großen, schicksalsträchtigen Momente werden, ob im Pariser Gefängnis, unter der Sonne Nubiens im alten Ägypten oder auf einer jiddischen Hochzeit.

Auch wenn jeder der 22 Titel oder Medleys Klasse hatte, bleiben doch einige ganz besonders im Gedächtnis. Darunter unbedingt Kunigundes Lied "Mich umglitzert Gold" aus "Candide". Streng genommen handelt es sich um eine Arie für Koloratursoprane, die von Svenja Hinzmann mit Feuer und komödiantischem Talent bravourös gemeistert wurde. Komisches Talent bewies auch Bariton Andreas Becker, der als verschleierte Suleika immer mal wieder ins Geschehen eingriff - ein netter Running Gag. Wobei alles nicht halb so beeindruckend gewesen wäre ohne die fünf erstklassigen Musiker, allen voran der musikalische Leiter Patric Busch am Klavier und Lara Weitzel an der Geige.

Am Schluss gab es mehrfach Standing Ovations - auch von Andrea Land. Für die Neunkircherin und ihren Begleiter war es "das fünfte oder sechste" Mal "We sing": "Es ist jedes Mal anders." Respekt zollte sie nicht nur dem Gesang der jungen Leute, sondern auch der Organisationsleistung: "Sie stellen alles komplett allein auf die Beine", und zwar nebenbei, neben Studium oder Beruf. Ebenfalls "erstaunlich" fand Manuela Ulrich die stimmliche Leistung und Vielfalt der Neun: "Ich bin ganz beeindruckt", zeigte sich die Ottweilerin angenehm überrascht. "Musical ist sonst gar nicht mein Ding." Positiv aufgefallen war Ulrich zudem das schauspielerische Potenzial der Interpreten und die Professionalität der Produktion.