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Juden in Ottweiler
Die versteinerte Geschichte der jüdischen Gemeinde

Ottweiler. 150 Jahre Geschichte der jüdischen Gemeinde Ottweiler lassen sich jetzt wieder bei Friedhofsführungen erleben.

Klaus Burr und Hans-Joachim Hoffmann bieten auch in diesem Jahr wieder Führungen über den jüdischen Friedhof Ottweiler an. Damit erinnern sie an die 150-jährige Geschichte der jüdischen Gemeinde Ottweilers, deren Ende vor 80 Jahren mit der Reichspogromnacht eingeleitet wurde und mit der Deportation der jüdischen Bevölkerung Ottweilers im Zuge der Aktion Bürckel am 22. Oktober 1940 ihr Ende fand.


Dank der auf Ewigkeit angelegten jüdischen Friedhöfe konnten die Grabstätten Grundlage werden für die Erforschung der gewaltsam vernichteten jüdischen Gemeinde Ottweiler, denn „(e)s war und bleibt die vornehmste Aufgabe des jüdischen Friedhofs, einer jeden und einem jedem Verstorbenen das individuelle Grab dauerhaft, ohne jede zeitliche Begrenzung, zu bewahren“, schreibt  Professor Dr. Michael Brocke, Leiter des Steinheim-Instituts Duisburg. Die Führungen über den jüdischen Friedhof bemühen sich deshalb darum, diesen lokalen Friedhof „als geschichtlich gewolltes und gewordenes Ganzes“ vorzustellen, um damit „der versteinerten Lebensgeschichte“ des Ottweiler Judentums gerecht zu werden und die Aussage Prof. Brockes zu bestätigen.

Klaus Burr und Hans-Joachim Hoffmann bieten zu folgenden Terminen Führungen an:  Sonntag, 6. Mai, 17 Uhr; Sonntag, 10. Juni, 17 Uhr; Sonntag, 9. September, 17 Uhr; Sonntag, 7. Oktober, 17 Uhr. Treffpunkt ist jeweils am Jüdischen Friedhof in Ottweiler.