1. Saarland
  2. Neunkirchen
  3. Ottweiler

Die Ottweiler Bürger und ihr Turm

Die Ottweiler Bürger und ihr Turm

Ottweiler. Es ist wirklich eine Erfolgsstory, auf die alle Mitglieder der Bürgerinitiative zur Sanierung des evangelischen Kirchturms in Ottweiler am Ende des Jahres zurückblicken können. Nach gut zwei Jahren ehrenamtlichen Engagements und 31 Sitzungen löste Wilfried Hopf die Initiative, die ihr Ziel weit mehr als erreicht hat, auf

Ottweiler. Es ist wirklich eine Erfolgsstory, auf die alle Mitglieder der Bürgerinitiative zur Sanierung des evangelischen Kirchturms in Ottweiler am Ende des Jahres zurückblicken können. Nach gut zwei Jahren ehrenamtlichen Engagements und 31 Sitzungen löste Wilfried Hopf die Initiative, die ihr Ziel weit mehr als erreicht hat, auf. Dass aus der anfänglich geplanten Spendensumme von 20000 Euro Dank des unermüdlichen Engagements vieler Ottweiler Bürger, die sich vom Tatendrang der Mitglieder dieser Gruppe anstecken ließen, am Ende gut 80000 Euro wurden, die in die Sanierung des Ottweiler Wahrzeichens flossen, freute Hopf ganz besonders. "Doch nun ist es an der Zeit, die Initiative, die so Großartiges geleistet hat, aufzulösen", erklärte er in der 30. Sitzung Ende Oktober. Noch einmal hatte Wilfried Hopf zum Jahresausklang zum 31. Mal eingeladen, auch, um einen abschließenden Bericht zu geben. Und vieles wurde noch einmal in Erinnerung gerufen, denn es gab etliche Meilensteine in der Geschichte der Bürgerinitiative, die schließlich zu der großen Summe geführt haben. In all ihren Sitzungen gab es eine zentrale Frage, die im Mittelpunkt aller Überlegungen stand und sie immer wieder aufs Neue beschäftigte: "Wie kommen wir an Spendengelder heran?" Aber auch über den Fortgang der Arbeiten wurden die Mitglieder regelmäßig informiert, was ihnen sicherlich weiter Ansporn war. Schon beim Christkindlmarkt 2006 trat man mit einem Stand an die Öffentlichkeit und machte erstmals Werbung für das Vorhaben. In den darauf folgenden zwei Jahren wurden Spenden bei vielen öffentlichen Veranstaltungen gesammelt, das Holzmodell des Dachstuhls ging auf große Wanderschaft durch ganz Ottweiler. Vereine, aber auch Privatpersonen ließen sich von der Spendenbereitschaft anstecken und engagierten sich für "ihren Turm". Viel Aufsehen erregten die alten Schiefertafeln, die von Ottweiler Hobbykünstlern liebevoll gestaltet wurden und so manchen weiteren Euro in die Spendenkasse brachten. Ein großer Tag für die Mitglieder der Initiative war sicherlich der Besuch in der Glockengießerei in Gescher im September 2007. Auch hier brachte man in Form der kleinen Glöckchen, die reißenden Absatz fanden, eine Idee mit, erneut Spendengelder einzutreiben. "Wir haben die Ideen und Vorschläge gehabt, aber die Bürger haben sie angenommen und so sehr viel Geld gespendet", bedankte sich Hopf bei den Bürgern, die sich seiner Meinung nach mit dem Wehrturm als Wahrzeichen ihrer Stadt identifizieren. Und so verwunderte es wohl auch kaum, dass sowohl beim Einbringen der Glocken zu Pfingsten wie auch bei der offiziellen Inbetriebnahme des Turmes im September viele Ottweiler Bürger den Weg zu ihrem Turm gefunden hatten. "Wir hatten die Ideen, aber die Bürger haben sie angenommen."Wilfried HopfMeinung

Erfolg durch Engagement

Von SZ-RedakteurinYvonne Wildschütz Jede Menge Engagement, die zündende Idee zur richtigen Zeit, und schon klingelt die Kasse. Obwohl die Bürger heutzutage wirklich jede Menge Möglichkeiten haben zu spenden, hat man in Ottweiler auch gerne für die Renovierung des Ottweiler Wehrturms die Geldbörse geöffnet. Und das nicht ohne Grund. Erstens hat jeder Ottweiler Bürger etwas davon, wenn er einen schönen und renovierten Turm anschauen kann, und zweitens waren es das Engagement und die guten Ideen der Mitglieder der Initiative, die extra wegen der Renovierung des Turmes gegründet wurde, die Geld in die Kasse brachten. So waren es nicht nur die kleinen Glöckchen, die reißenden Absatz fanden. Der Einsatz dieser Initiative hat einmal mehr gezeigt, dass, wenn jemand für eine Sache brennt und er kreativ ist, die Leute für seine Idee begeistern kann. Also Wirtschaftskrise hin und Rezession her: Wer etwas erreichen will, kann es erreichen, wenn er sich einbringt und nicht nur darüber lamentiert, dass die Zeiten so furchtbar schlecht sind. Respekt vor den Leuten, die sich in der Initiative engagiert und somit mit dafür gesorgt haben, dass der Ottweiler Wehrturm in neuem Glanz erstrahlt. HintergrundZahlen: Bauvolumen insgesamt: rund 1 Million Euro, davon für die touristische Nutzung: 308 000 Euro (92000 Euro die Stadt Ottweiler, 215 000 Euro Land und Bund); für die Sanierung: 643 000 Euro (davon: 155000 Euro Ministerium für Wirtschaft, 110 000 Euro Stadt Ottweiler, 30 000 Euro Landkreis Neunkirchen, 80 000 Euro Stiftung Denkmalschutz, 20 000 Euro Stiftung Kirchenbau, 16000 Euro Saartoto, 84000 Euro Kirchenkreis Ottweiler); Gesamtanteil der evangelischen Kirchengemeinde: 148000 Euro abzüglich der Spenden der Initiative von 82635,55 Euro. cim