Die Ottweiler Anton-Hansen-Schule bietet das Schulfach Gesundheit an

Schulfach Gesundheit : Mathe, Bio, Reli und Gesundheit

Als erste Schule im Saarland bietet die Anton-Hansen-Schule in Ottweiler das Fach „Gesundheit“ an.

Aus Eimern holt man ja so einiges raus: Wasser etwa, Müll oder was man sonst noch so in Eimer steckt. Man kann aus Eimern aber auch Töne raus holen, ja, sogar Musik. Das taten Schüler der Ottweiler Anton-Hansen-Schule, wo am Montagmorgen das Schulprojekt „Gesunde Schule“ vorgestellt wurde. Und so innovativ wie die musikalische Begrüßung der Gäste war, so innovativ ist man in der Gemeinschaftsschule, wenn es darum geht, Schüler mit dem Thema Gesundheit vertraut zu machen. Denn als erste und bislang einzige Schule im Saarland bietet man dort seit Beginn des Schuljahres genau dieses Fach an: Gesundheit.

Er freue sich über das große Interesse, sagte Schulleiter Klaus Jürgen Willms eingangs der Veranstaltung, zu der neben Landrat Sören Meng auch Staatssekretärin Christine Streichert-Clivot und der Präsident der Ärztekammer des Saarlandes, Dr. Josef Mischo, gekommen waren. Man betrete mit dem Schulfach „Gesundheit“ zwar Neuland, aber an seiner Schule lege man bereits seit Jahren viel Gewicht auf das Fach Sport, so Willms, das neben Ernährung und Theorie zu den Säulen des neuen Schulfachs zählt.

Josef Mischo bedankte sich bei der Schule im Namen der saarländischen Ärzteschaft, der es ein großes Anliegen sei, die Gesundheitskompetenz bei der Bevölkerung zu erhöhen. Seit Jahren sei anhand von Studien zu erkennen, dass sich diese verschlechtere. „Wir müssen ein Bewusstsein dafür schaffen, was wichtig ist bei der Bewegung und bei der Ernährung. Und am besten beginnt man damit bei den Schülern“, betonte Mischo. Es handele sich um ein beispielhaftes und überzeugendes Projekt, das anderen Schule als Vorbild dienen könne.

Staatssekretärin Streichert-Clivot wies auf die Breite des Themas Gesundheit hin, das von Handysucht über den Umgang mit Aids bis hin zu Stressbewältigung reiche. Mit der Einführung des Fachs „Gesundheit“ sei die Anton-Hansen-Schule Vorreiter des vom Land geförderten Programms „Gesunde Schule“.

Auch Landrat Meng war voll des Lobes für das ambitionierte Projekt, das „vielleicht auch berufliche Perspektiven aufweist“. Schließlich sei der Gesundheitsmarkt groß und auch dort sei man auf der Suche nach Fachkräften. Der Kreis unterstütze das Projekt gerne, es schärfe das Profil der Schule, was wichtig sei für eine Schullandschaft mit unterschiedlichen Schulprofilen.

Ziemlich baff von den vielen honorigen Gästen war die stellvertretende Schulleiterin Katja Strauß-Zeller, die treibende Kraft hinter dem Projekt. Man habe Aktionen rund um das Thema „Gesunde Schule“ im Schuljahresablauf fest verankert, Kooperationspartner gesucht und einen Lehrplan für ein eigenes Schulfach „Gesundheit“ erarbeitet. „Die Inhalte dieses Fachs sollen unsere Schüler dazu bewegen, über ihre eigene Lebensweise nachzudenken, und wir zeigen ihnen gesündere Alternativen, besonders im Hinblick auf Ernährung und Bewegung auf. Mit all dem ist unsere Schule einzigartig“, betonte Strauß-Zeller.

Im August 2017 hatte sie in der Saarbrücker Zeitung einen Artikel mit der Überschrift „Alle Saar-Ärzte fordern Schulfach Gesundheit“ gelesen, in dem auch Ärztekammer-Präsident Mischo zitiert wurde mit dem Satz: „Je früher wir Kindern eine gesunde Lebensweise vermitteln und sie dafür begeistern, desto besser.“ Verbunden war dies mit dem Angebot, die Ärzteschaft könne ihr Wissen zur Verfügung stellen und unter anderem Mediziner zur Unterstützung des Unterrichts vermitteln. Das nahm die Lehrerin zum Anlass, Mischo, der im Ottweiler Krankenhaus praktiziert, anzuschreiben und ihm mitzuteilen, „dass er mit seiner Forderung bei uns offene Türen einrennt, und ich bat um seine Unterstützung“.

Es kam zum Austausch, der nicht zuletzt zum neuen Schulfachs führte, und von Experte wie dem Ernährungswissenschaftler Christoph Bier, dem Kardiologen Dr. Cem Özbek und dem Kinder- und Jugendpsychologen Dr. Janosch Haußmann unterstützt wird.

Der Präsident der saarländischen Ärztekammer sicherte übrigens auch allen anderen Schulen Unterstützung zu, die dem guten  Beispiel der Anton-Hansen-Schulen folgen.

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