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Diakonie-Rückzug trifft drei Schulen in Ottweiler

Kostenpflichtiger Inhalt: Blick auf den Landkreis Neunkirchen : Diakonie-Rückzug trifft drei Schulen

Nachmittagsbetreuung in Ottweiler muss neu geregelt werden. Schulleitungen bitten um Bedenkzeit.

Die Stadt Ottweiler, wo im historischen Stengelpavillon über viele Jahre der Sitz der Superintendentur des Kirchenkreises Saar-Ost war, ist als einzige Kommune im Landkreis Neunkirchen von dem Rückzug der Diakonie aus der Nachmittagsbetreuung betroffen. Wie berichtet, zieht sich das Diakonische Werk an der Saar ab dem Schuljahr 2020/21 aus der Nachmittagsbetreuung an neun Freiwilligen Ganztagsschulen im Saarland zurück. Wirtschaftliche Gründe hatte auf SZ-Anfrage Diakonie-Geschäftsführer Udo Blank für diese Entscheidung angegeben. Die Stadt Ottweiler muss nun für die Grundschule Ottweiler-Neumünster einen neuen Träger für die Nachmittagsbetreuung finden, für die ebenfalls betroffene Anton-Hansen-Gemeinschaftsschule sowie das Gymnasium Ottweiler ist die Landkreisverwaltung zuständig.

Wie die Stadt Ottweiler auf SZ-Anfrage informierte, läuft derzeit das Bewerbungsverfahren für die Grundschule Neumünster. Hier war von Beginn an, seit der Einführung der nachmittäglichen Betreuung im Jahr 2003, die Diakonie damit betraut gewesen. So wie in Fürth, wo sich die Diakonie bereits vor einem Jahr zurückgezogen habe, berichtet Pressesprecher Ralf Hoffmann. Mit dem Ende des Schuljahres 2017/18 schloss zwar die Fürther Dependance der Grundschule Lehbesch ihre Türen. Die Kinder können aber weiterhin am Nachmittag die Betreuung besuchen. Das Angebot wird durch die St. Wendeler Initiative für Arbeit und Familie (WIAF) ermöglicht und läuft nach Angaben der Stadtverwaltung zur Zufriedenheit von Eltern und Kindern mit Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung und sonstigen Aktivitäten. Die WIAF komme nun auch für die Nachmittagsbetreuung in der Schule Neumünster in Frage. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, so die Information.

Wie die Kreisverwaltung in Ottweiler berichtet, hat diese die Kündigung durch die Diakonie „ohne vorherigen Hinweis erst Anfang November“ erhalten. Die Diakonie betreut seit Jahren alle Schüler der Freiwilligen Ganztagsschulen an Gemeinschaftsschule und Gymnasium. Zurzeit gebe es am Gymnasium vier Gruppen und in der Anton-Hansen-Schule drei Gruppen. Die Nachfrage sei gleichbleibend, so heißt es.

Über die weiteren Schritte hat sich die Bau- und Schulverwaltung des Kreises am Freitagmorgen mit den Schulleitungen beraten. Diese haben gegenüber der Verwaltung um Bedenkzeit bis Jahresende gebeten, um die vorliegenden Angebote zu vergleichen. Mehrere Lösungen kommen nach Angaben von Pressesprecherin Jasmin Alt in Frage. Ob die Nachmittagsbetreuung dann teurer werde, sei derzeit nicht absehbar.