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Das Interesse an Geschichte hat zugenommen

Das Interesse an Geschichte hat zugenommen

Ottweiler. Wer das "Wohnzimmer" der Stadt Ottweiler, den Schlossplatz, betritt, merkt schnell, dass die historischen Gebäude das Kapital der alten Residenzstadt sind. Das weiß auch Tourismusmanager Gerrit Oestreich. Für die Antwort auf die Frage nach seinem Lieblingsgebäude, braucht er nicht zu überlegen: "Der alte Turm

Ottweiler. Wer das "Wohnzimmer" der Stadt Ottweiler, den Schlossplatz, betritt, merkt schnell, dass die historischen Gebäude das Kapital der alten Residenzstadt sind. Das weiß auch Tourismusmanager Gerrit Oestreich. Für die Antwort auf die Frage nach seinem Lieblingsgebäude, braucht er nicht zu überlegen: "Der alte Turm. Schon immer haben wir uns viele Gedanken gemacht um den Turm. Nach einem Jahr wurde die 1,5 Millionen Euro teure Sanierung des Wahrzeichens abgeschlossen. Dazu flossen Zuschüsse von Stadt, Kirche und Stiftung Denkmalschutz. Für mich ist das einfach ein Muss für Touristen"! Die Stadt Ottweiler ist ein Element der Barockstraße. Ein ganz wichtiger Bestandteil ist das Witwenpalais, heute Sitz der Kreisverwaltung, und einer von zwei Stengelbauten in der Stadt. "Im historischen Sitzungssaal finden beispielsweise die Empfänge der Gräfin statt", informierte Oestreich. Seit 1995 gibt Brigitte Meister die Ottweiler Gräfin in historischen Gewändern. "Das macht mir viel Spaß, außerdem ist die Gräfin die erste historische Person, die in dieser Form im Saarland zu sehen ist", sagt sie im Gespräch mit der SZ. Ihre ehrenvolle Aufgabe als Gräfin übt die Ottweiler Bürgerin aber mehr außerhalb aus: "Ich bin Repräsentantin der Barockstraße und informiere bei den verschiedensten Anlässen über das Leben der Gräfin." Eine Aufgabe, die ihr großen Spaß macht. Und die offensichtlich Zukunft hat, denn: "Das Interesse an der historischen Arbeit hat zugenommen. Die Leute hören mehr zu. Ein Hofstaat ist mittlerweile aufgebaut. Wir haben einen Hofbäcker und einen Hofkonditor". Auch ein wichtiges Gebäude: Der Stengel-Pavillon, heute Sitz der evangelischen Kirchenverwaltung. "Den Pavillon hat jeder schon gesehen, der nach Ottweiler reinfährt. Das Treppenhaus wird sehr gerne für Hochzeitsbilder genutzt", informiert Oestreich. Ein einzigartiges Ensemble ist im Zentrum zu sehen: Das Stadtbild vereint architektonisch Mittelalter, Renaissance und Barock. Der Turm ist Ende des 14. Jahrhunderts entstanden. Sehr schön ist das historische Rathaus, vor dem der allerdings nicht mehr in Gebrauch befindliche Pranger steht. Früher konnte der Schultheiß Menschen, die sich irgendetwas zu Schulden kommen ließen, dazu verdonnern, einige Stunden oder auch einen ganzen Tag am Pranger öffentlich zur Schau gestellt zu werden. Im Jahr 1550 erhielt Ottweiler die Stadtrechte, daran erinnert ein Brunnen auf dem Schlossplatz, der allerdings nicht historisch ist. Er steht gegenüber des Hesse-Hauses, einem der schönsten Gebäude des Zentrums. Benannt nach einem Kaufmann, beherbergt es heute unter anderem die Touristinformation der Stadt Ottweiler. Eine Informationsrolle spielen auch die anderen historischen Figuren. Während des Gesprächs mit dem Tourismusmanager kam beispielsweise gerade Heimatforscher Dieter Robert Bettinger als Stadtschreiber vorbei und informierte eine Touristengruppe über Wissenswertes zur Geschichte. Auch erfreuen sich die Führungen des Nachtwächters Freitagabends um 21 Uhr großer Beliebtheit. Treffpunkt ist am alten Turm. </bu_text>