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Bürgermeister Holger Schäfer
Das halbe Jahrhundert ist voll

Bürgermeister Holger Schäfer in seinem Büro.
Bürgermeister Holger Schäfer in seinem Büro. FOTO: Robby Lorenz
Ottweiler . Der Ottweiler Bürgermeister Holger Schäfer feiert heute, am 14. Februar, seinen 50. Geburtstag. Von Michael Beer

Wer Holger Schäfer in seinem Dienstzimmer im Ottweiler Rathaus erlebt, dürfte sicher einen Eindruck schnell gewinnen: Eine Plaudertasche ist der Bürgermeister dieser Stadt nicht. Knappe,  sachbezogene Antworten, kleine Gesten, mal ein Lächeln – das muss genügen. Das gilt auch im sechsten Jahr als Verwaltungschef, und dürfte sich auch mit dem 50. Geburtstag, den Schäfer an diesem Aschermittwoch und zugleich Valentinstag feiert, nicht ändern. Nun hat auch ein Bürgermeister im Saarland kaum Grund angesichts der Kassenlage, große Reden zu schwingen oder Visionen zu verfolgen. Auch in Ottweiler gilt es, den Mangel zu verwalten. Wenn Schäfer über den städtischen Haushalt und die anstehenden Projekte spricht, macht er dies nüchtern und sachlich. Auch das  dürfte sich jenseits der 50 nicht ändern.


Mag sein, dass auch sein eigentlicher Beruf für das zurückgenommene Auftreten eine Mitverantwortung trägt. Schäfer ist Berufssoldat, Oberstleutnant seit 2006. Für das Amt im Rathaus ruht dieses Dienstverhältnis. Nach dem Grundwehrdienst blieb er beim Bund und schlug die Offizierslaufbahn auf zwölf Jahre ein. Er ist ausgebildet zum Einzelkämpfer und Freifallschirmspringer. In seiner aktiven militärischen Zeit hat Schäfer anderthalb Jahre Balkankrieg miterlebt, auch kurz Afghanistan. Die Ehe mit seiner Frau Nicole musste über Jahre Kriegseinsätze und Pendlerleben ertragen. Seit 2007 lebt die Familie mit den beiden Töchtern Emily Ann und Emma Mae in Ottweiler.

Von Haus aus ist Schäfer ein Saarbrücker, aufgewachsen in Malstatt und auf der Rußhütte. Seine Schullaufbahn brachte ihn in der Landeshauptstadt bis zur Fachoberschule, die er mit der Fachhochschulreife im Bereich Sozialwesen abschloss. Auch das Fußballspielen lernte er in Saarbrücken, und dort in den Jugendmannschaften des FCS. Gekickt hat er auch an anderen Wohnorten, in Riegelsberg, in Spiesen und schließlich in Ottweiler, mit einem halben Jahrhundert in den Knochen heute noch bei den Alten Herren. Etwas altersgerechter ist ein weiteres Hobby: das Walken. Für die Kommunalpolitik erwärmte sich Schäfer erst spät. Seit 2009 ist er Mitglied der CDU. Und mit ihm eroberten die Christdemokraten das Rathaus. Schäfer löste den Sozialdemokraten Hans-Heinrich Rödle im Amt ab. Die Ratssitzungen sind unter seiner Leitung kürzer geworden. Wenn im kommenden Jahr seine Amtszeit endet, will er erneut antreten. Und man muss kein Prophet sein: Auch das wird er wohl mit knappen Worten angehen.