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Buntes aus dem Malkasten

„Farbklang“ lautet der Titel der Schau. Unser Bild zeigt die Organisatorin der Ausstellung, Kim Eichhorn (rechts) mit der Künstlerin Ise Keßler. Foto: Andreas Engel
„Farbklang“ lautet der Titel der Schau. Unser Bild zeigt die Organisatorin der Ausstellung, Kim Eichhorn (rechts) mit der Künstlerin Ise Keßler. Foto: Andreas Engel FOTO: Andreas Engel
Ottweiler. Von abstrakt bis fotorealistisch reicht das Spektrum der Malerei, das zwölf Mitglieder des Neunkircher Malkastens in ihrer Ausstellung zeigen. Auch Skulpturen und „Grubengeister“ sind zu sehen. Organisiert hatte die Schau Kim Eichhorn im Rahmen ihres Dienstjahres im Landratsamt. Anja Kernig

. Bunt, facettenreich, zeitlos bis tagesaktuell - das war der erste Eindruck, der sich den Besuchern der Ausstellung am Freitagabend im Witwenpalais bot. Zwölf Mitglieder der Neunkircher Gruppe Malkasten stellen hier bis 30. März einen Querschnitt ihrer Arbeiten vor. "Insgesamt werden 47 Bilder gezeigt", informierte Initiatorin Kim Eichhorn, "von ganz abstrakten bis fast fotografischen Werken."

"Diese Ausstellung ist ihre Doktorarbeit", hatte sie Kreisbeigeordneter Karlheinz Müller in Vertretung der Landrätin zuvor gelobt. Kim Eichhorn absolviert gerade ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Landratsamt. "Jeder FSJler muss ein eigenständiges Projekt auf die Beine stellen", erklärte die 19-jährige Ottweilerin. Sie entschied sich dafür, eine Ausstellung zu organisieren - mit allem Drum und Dran. Angefangen von den Gesprächen mit den Künstlern der Neunkircher Malkasten-Gruppe, über das Schreiben von Einladungen und Pressemitteilungen bis hin zur Planung des Ablaufs der Eröffnung inklusive Engagieren einer Band.

Dabei fiel die Wahl auf die Jazzrock-AG des Gymnasiums am Krebsberg, die viel frischen Wind in das gediegene Ambiente des historischen Sitzungssaals brachte. Da trafen die Elf- bis 14-Jährigen, die unter der Leitung von Arnd Maldener mit freien Solo-Improvisationen begeisterten, auf ein deutlich älteres Publikum, das sich gern mitreißen ließ und als Zugabe mit der Instrumentalversion des Louis-Armstrong-Hits "What a wonderful world" beschenkt wurde.

Keine Rivalität unter Künstlern




Auch ein Geschenk ist für die Mitglieder des Malkastens ihr monatlicher Stammtisch, bei dem sie sich austauschen und künftige Ausstellungsprojekte besprechen. "Unter uns herrscht keinerlei Rivalität", bestätigte Sabine Bernhard, die mit knapp 50 Jahren die Jüngste der Gruppe ist. "Im Gegenteil, wir profitieren voneinander." Was auch auf die Ausstellung mit ihrer lebendigen Vielfalt zutrifft. Gleich am Eingang sind zarte Aquarelle von Trudi Lensch zu sehen. Mehrere Techniken verwendet Rosa Kunze, "die gerne Gipfel besteigt" und sich wie Günter Kretz am liebsten auf Reisen inspirieren lässt, wie Kim Eichhorn in ihrer Eröffnungsrede verraten hatte. Kretz ' "Mit der Abendsonne" - ein großes Öl-Porträt des Eiffelturms, von Heißluftballons flankiert - war übrigens das erste Bild mit einem roten "Verkauft!"-Punkt an diesem Abend.

Die einzige Nicht-Saarländerin, Renate Biebach, steuerte ausdrucksstarke Gemälde in Acryl bei, was auch die bevorzugte Technik von Gisela Bleymehl, Christel Kirschhock und Eva Quack ist. "Ise Keßler zeigt unter anderem ein beeindruckendes großformatiges Kreidebild, Sabine Bernhard hat Holzschnitte mitgebracht und von Martina Andres hängt ein schönes Porträt im Flur." Viel Aufmerksamkeit wurde den filigranen Kupferdrahtskulpturen von Jutta Adam zuteil. Für eine humorvolle Note sorgt schließlich Irmtraud Fritsch, deren Grubengeister auf sympathische Art und Weise die gegenwärtige Grubenwasserdiskussion widerspiegeln.