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Bürgermeister von Ottweiler sieht keinen Grund für Schließung der Klinik

Kostenpflichtiger Inhalt: Sorge um den Ottweiler Klinikstandort : Ottweiler Bürger wollen auf ihre Klinik nicht verzichten

Bürgermeister Holger Schäfer und Landrat Sören Meng erhoffen sich konkrete Antworten über die Zukunft der Marienhausklinik Ottweiler bei Sitzung des Ausschusses am 4. März in Saarbrücken.

Eine „kleine erfreuliche Nachricht“ konnte Bürgermeister Holger Schäfer (CDU) am Mittwochmorgen vermelden: Der Verwaltungschef wird bei der Sitzung des Ausschusses für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familien am nächsten Mittwoch, 4. März, als Gast teilnehmen. Seine Bitte vom Tag zuvor an den Ausschussvorsitzenden Magnus Jung werde tatsächlich erfüllt, sagte Schäfer im SZ-Gespräch. Der Sozialausschuss des Landtages wird sich in dieser Sitzung von Marienhaus und der Landesregierung berichten lassen, was es mit den bekannt gewordenen Schließungsabsichten für die Ottweiler Klinik auf sich hat.

„Ich bin gespannt, was ich dort erfahre“, sagt der Bürgermeister, der die Kritik des Sprechers der SPD-Fraktion im Stadtrat, Wolfgang Brück, an seiner Person „überhaupt nicht nachvollziehen kann, null“. Brück wirft dem CDU-Bürgermeister vor, er hätte sich „ein bisschen intensiver“ um das Thema kümmern müssen (SZ vom 26. Februar). Die Kritik laufe absolut ins Leere, betont Schäfer, der gegenüber unserer Zeitung anhand seines Terminkalenders darlegte, was er seit dem 21. November unternommen habe, als im nichtöffentlichen Teil der Stadtratssitzung die CDU erstmals Gerüchte über eine Schließung der Klinik Ottweiler aufs Tapet gebracht hatte. Am Tag darauf habe er mit der Leitung der Marienhausklinik telefoniert und diese Informationen dem zuständigen Ausschuss in dessen nächster Sitzung am 28. November bekannt gegeben. Am 4. Dezember habe er einen Gesprächstermin mit Marienhaus-Geschäftsführer Klaus-Peter Raimund, dem kaufmännischen Direktor Rainer Kropp und dem Ärztlichen Direktor Dr. Martin Bier gehabt. Diese drei waren zur öffentlichen Sitzung des Stadtrats am 17. Dezember eingeladen. Damals fiel auch von Seiten des Geschäftsführers der Satz, dass es „hier und jetzt“ keine Beschlusslage für eine Schließung des Standortes Ottweiler und deshalb auch keinen Zeitplan gebe. Aus den Reihen des Stadtrats wurde mehr Transparenz und eine faire Behandlung gegenüber den Mitarbeitern gefordert. „Die Mitarbeiter hängen in der Luft“, bekräftigte der Bürgermeister am Mittwoch die Forderung nach einer klaren Aussage. Diese erhofft er sich nun von der Sitzung des Landtagsausschuss. Ob er da selbst das Wort ergreifen dürfe, wisse er nicht. Wenn dies der Fall sei, sei seine Botschaft klar: „Es gibt überhaupt keinen Grund, die Klinik in Ottweiler aufzulösen.“

Landrat Sören Meng wird an der Ausschusssitzung kommende Woche ebenfalls teilnehmen. Aus seiner Sicht seien auch kleinere Krankenhäuser von Bedeutung und dürfen nicht geschlossen werden, da bei einem künftig zu erwartenden Ärztemangel die medizinische Versorgung der Bevölkerung durch Haus- und Fachärzte wahrnehmbar abnehmen werde. „Hinsichtlich der demografischen Entwicklung und der Altersstruktur im Landkreis Neunkirchen ist zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger eine gute medizinische Versorgung wichtig“, teilte der Landrat am Mittwoch mit.

Die Nachrichten über die ungewisse Zukunft des Krankenhauses lassen die Ottweiler Bevölkerung nicht kalt. Der 16-jährige Marvin Arlt war bereits Patient in der Klinik und war mit der Behandlung sehr zufrieden. Er würde eine Schließung bedauern. Eine wohnortnahe ärztliche Versorgung halten auch Uwe Mittermüller und Thomas Schmidt für wichtig. „Alles geht aus der Fläche raus und konzentriert sich“, kritisiert Mittermüller. Das habe vielfältige Folgen, die man erst bedenke, wenn es zu spät sei. Etwa, dass niedergelassene Ärzte ebenfalls zu den Zentren wandern. Es müsse auch Reserven geben etwa für Notsituationen. Dies mache der Ausbruch des Corona-Virus gerade sehr deutlich, meint Mittermüller. „Für mich persönlich wäre es ein Drama, wenn das Ottweiler Krankenhaus schließen würde“, betont Wolf Schmaler, der als Patient „sehr zufrieden“ mit seiner Behandlung war. Ehefrau Ulrike Harm sieht die gute Zusammenarbeit von niedergelassenen Ärzten und Krankenhaus in Gefahr. Es sei wichtig, dass „die rechte medizinische Hand weiß, was die linke tut.“ Margit Bauer befürchtet, dass in Ottweiler etwas zusammenbreche, wenn die Klinik tatsächlich schließe. Viele Menschen seien nicht so mobil, um in die nächste Stadt zu fahren, und die Busverbindungen seien nicht optimal. Doris Rauber und Vera Hans fassen sich kurz: „Eine Schließung wäre furchtbar, eine Katastrophe.“