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Bürgerinitiative Gegenwind Ostertal zieht positive Bilanz

Bürgerinitiative : BI Gegenwind mit Erreichtem zufrieden

Man sei nicht grundlegend gegen Windkraft, stellt Sprecher Hartmut Seiler im SZ-Gespräch klar. Auf das Wie komme es an.

Die „Bürgerinitiative Gegenwind Ostertal“ hat eine positive Bilanz ihrer bisherigen Bemühungen gezogen. Bedenkt man, dass die Interessengemeinschaft mit ihrer hartnäckigen Haltung und ihrem besonnenen Vorgehen maßgeblichen Anteil daran gehabt hat, dass der Ottweiler Stadtrat eine schon herbeigeführte Teiländerung des Flächennutzungsplans Windenergie überarbeitet und geändert hat, mit der Folge, dass eine bereits beschlossene Aufstellung von zwei Windenergieanlagen (WEA) im Bereich des Krokenwaldes wieder revidiert worden ist, mag man das eigene Schulterklopfen verstehen.

Doch auch nach diesem Beschluss des Ottweiler Stadtrates vom November letzten Jahres will die Bürgerinitiative weiter wachsam bleiben. Das versichert Hartmut Seiler als Sprecher der BI im SZ_Gespräch. Dem Ratsentscheid vorausgegangen war eine Bürgerbefragung mit Unterschriftensammlung von 1100 Leuten gegen den Bau weiterer Windräder, nachdem zuvor schon einige Windenergieanlagen an anderen Stellen im Stadtbereich entstanden waren. „Leider wurde die Wahrnehmung der Menschen von allen Verantwortlichen heruntergespielt“, erinnert Seiler an die Situation und verweist zugleich darauf, dass die Bevölkerung „keine Ansprechpartner und kein Sprachrohr für ihre Probleme“ hatte. Das änderte sich mit der Gründung der Bürgerinitiative im Jahr 2016. Ihre Mitglieder führten Gespräche mit allen Seiten und meldeten sich, wann immer es nötig war, zu Wort.

Aber Seiler macht auch deutlich, dass die Mitglieder innerhalb der BI „ausdrücklich keine Windkraftgegner“ sind. „Der BI ging es bei ihren Aktionen niemals um das Ob, sondern stets um das Wie“, stellt der Polizeibeamte im Ruhestand klar. Zwischenzeitlich sei auch vielen der politisch Verantwortlichen klar geworden, dass sie das Ausmaß und die Folgen der Flächenkulisse nicht vorhergesehen hätten glaubt Seiler. Es habe ein Umdenkungsprozess stattgefunden, sagt der 62-Jährige, und der habe unter anderem dazu geführt, dass den Mitgliedern der Bürgerinitiative die Möglichkeit eingeräumt worden sei, eigene Vorschläge in die Planungen zur neuerlichen Teiländerung des Flächennutzungsplans einzubringen.

Seiler und seine engagierten Mitstreiter wissen, dass sich dieser Prozess noch einige Zeit hinziehen wird. „Für die Bürgerinnen und Bürger  von Steinbach, Ottweiler und Hangard bedeutet das natürlich, dass der mögliche Bau von Windrädern im Bereich Krokenwald/Leimersbrunnen noch längst nicht vom Tisch ist“, mahnt der BI-Sprecher,  und Seiler fügt abschließend hinzu: „Die BI Gegenwind Ostertal ist sich ihrer Verantwortung aber bewusst und wird die weiteren Abläufe sehr aufmerksam verfolgen.“