| 20:54 Uhr

Mainzweiler Kulturfrühling
Blues mit besonderer Note

Swingbert Trio: Bernd Möhl, Herbert Klär, Ferdinand Quien .
Swingbert Trio: Bernd Möhl, Herbert Klär, Ferdinand Quien . FOTO: Andreas Detemple
Mainzweiler. Das Swingbert Trio mixt bekannte Songs mit eigenen, deutschen Texten. Von Andreas Detemple

  Nicht ganz so gut besucht wie die vorherigen Veranstaltungen im Rahmen des Mainzweiler-Kulturfrühlings war am Sonntagabend das Konzert des St. Swingbert Trios im Gemeinschaftshaus Mainzweiler.  Dafür entwickelte sich aber eine familiäre Stimmung, die sich nahtlos auf die Künstler übertrug. „Wir wussten, dass wir mit diesem Konzert ein spezielles Publikum ansprechen. Von daher sind wir vom Besuch positiv überrascht und von der tollen Stimmung total begeistert“ resümierte seitens des Veranstalters der  Leiter der VHS Ottweiler, Günter Groß.


Seit gut zweieinhalb Jahren treten Herbert Klär (Drums), Ferdi Quien (Bass) und Bernd Möhl, Piano und Gesang, als satirisches Jazz-Kabarett-Ensemble auf. „Ursprünglich gastierten wir mit weiteren Musikern als richtige Dixieland-Band“, verriet Bandleader Bernd Möhl. „Jetzt haben wir uns auf Swing und Jazz konzentriert.“ Und das mit deutschen Texten. So wurde aus „Route 66“, einem US-amerikanischer Bluessong, kurzerhand ein Lied, das jeder Autofahrer bestens kennt: „In Deutschland steh`n wir auf der Autobahn – im Stau“. Das ist das Besondere am Swingbert Trio, dass sich die neu verfassten deutschen Texte mit oftmals herrlich  satirischen Inhalt von den englischen beziehungsweise amerikanischen Texten sehr weit entfernen und trotzdem jedem Musikliebhaber im Ohr liegen. So erfuhr man auf Deutsch, was es mit dem sagenhaften ,,Sweet Georgia Brown“ tatsächlich auf sich hat. Der Song ,,Puttin`on the Ritz“ wird umgedeutet zu ,,Nur mit einem Klick“ und man liegt mit der Vermutung richtig, dass einen das Lied nicht ins legendäre „Ritz“ in Paris, sondern in die aktuelle ,,IT-Realität“ versetzt. Nicht minder anspruchsvoll die Eigenkompositionen von Bernd Möhl, denen man augenzwinkernd immer wieder neue Botschaften entlocken kann. Herrlich der Exkurs des Swingbert Trios zum oftmals nicht passenden „Preis-Leistungs-Verhältnis“ oder der melodiösen Komposition ,,Die Entwicklung der Menschheit unter besonderer Berücksichtigung ihrer Lebensqualität“. Den Elvis-Presley Hit „I`m all shook up“ hatte Bernd Möhl demonstrativ dem Zeitgeist entsprechend mit „Ich bin empört“ ins Deutsche übertragen, denn für maßlose Empörung gibt es ja genug Anlässe. Es war schon überraschend, wie breit der Interpretationsraum von Liedtexten aus der Jazz- und Popkultur erweitert werden kann. Auch instrumental unterstrichen die drei Musiker ihr großes Talent und wurden zum Abschluss eines unterhaltsamen Konzertabends von einem begeisterten Publikum mit lautstarkem Applaus bedacht.

Seinen Abschluss findet der Mainzweiler Kulturfrühling mit dem Konzert des Streichorchesters „Concinamus“ am Sonntagabend, 6.Mai, um 18. Uhr. Entgegen den bisherigen Vorankündigungen findet das Konzert allerdings nicht in der Kirche, sondern im Dorfgemeindehaus in Mainzweiler statt.