Bienen- und Naturlehrpfad am Pfingstmontag in Lautenbach eröffnet

Bienenlehrpfad in Lautenbach : Achtsam sein mit sich selbst und der Natur

Am Pfingstmontag wird der Bienen- und Naturlehrpfad in Lautenbach eröffnet.

„Papa, du darfst nicht so oft den Rasen mähen. Das ist nicht gut für die Bienen.“ Kinder, die mit dieser Mahnung ihre Eltern überraschen, haben möglicherweise in ihrer Kita oder Grundschule einen Vortrag von Jürgen Schneider aus Lautenbach erlebt. Der selbständige Ingenieur hat sich vor fünf Jahren von Ehefrau Susanne mit dem „Imker-Virus“ infizieren lassen. Beide haben mehrere Kurse belegt, sind im Bienenzuchtverein Ottweiler aktiv. Das Ehepaar will aber nicht „tonnenweise Honig“ produzieren, sondern ist mehr um das Wohl der Bienen und der Natur allgemein besorgt. „Wir wollen die Kinder so früh wie’s geht für die Artenvielfalt sensibilisieren“, sagt Susanne Schneider. Ein Gefühl für die Natur bekommen, achtsam sein, das ist für die Schneiders und ihre vier Kinder ein wichtiges Thema. Die drei Söhne und die Tochter packen auch jetzt mit an bei dem Großprojekt, dem sich das Ehepaar verschrieben hat: dem Aufbau eines Bienen- und Naturlehrpfades in der Ortsmitte von Lautenbach.

Am Pfingstmontag, 10. Juni, wird die Eröffnung um 10 Uhr mit einem ökumenischen Open-Air-Gottesdienst neben (bei schlechtem Wetter in) der katholischen Kirche gefeiert. Die Kirche liegt etwa zehn Minuten Fußweg entfernt von dem Grundstück am Schneckenweg, auf dem die Schautafeln stehen. Ein kleines Rahmenprogramm mit Informationen zum Thema Bienen und Natur und eine Kinderstation sind geplant. Die Jungen und Mädchen haben die Möglichkeit, Bienenkästen mit eigenen Motiven und Wachsmalstiften zu verschönern. Die Kästen wurden gespendet und werden später mit Schneiders Bienen am Lehrpfad bevölkert werden. Noch konnten nicht alle Tafeln standsicher aufgestellt werden, es sollen mal sechs große und fünf kleine werden. Formschön geschreinert wurden sie von Mitarbeitern des Werkstattzentrums für Behinderte in Spiesen aus witterungsbeständigem Lärchenholz. Der Lehrpfad ist so angelegt, dass er Kinder und Erwachsene gleichermaßen anspricht. Auf Augenhöhe sind die Informationen altersgerecht angebracht. Da steht etwa auf Kinderhöhe in wabenförmig geschreinerten Tafeln, dass die Königin zwar die Chefin eines Bienenvolkes ist, sie aber nicht bestimmen kann, wo’s langgeht. Sie hat vielmehr nur die Funktion, bis zu 2000 Eier am Tag zu legen und Duftstoffe zu produzieren. „Die Imkerei wird in einfachen Schritten erklärt“, sagt Jürgen Schneider, der noch viele Ideen hat, wie der Bienen-und Naturlehrpfad angereichert und erweitert werden könnte. In der ersten „Ausbaustufe“ liege der Schwerpunkt im Wesentlichen bei Informationen zu Bienen. In Planung sei zum Beispiel, dass ein Bienenvolk auf einer Waage steht, die ihre Daten an das Bienenzentrum in Mayen sendet. Diese können dann per Internet tagesaktuell von jedem angerufen werden können. So können Interessierte anhand des Trachtverlaufes (Angebot an Nektar, Pollen und Honigtau) die Entwicklung der Natur lokal verfolgen, erklärt Schneider. Eine solche Waage steht übrigens schon im Umwelt- und Freizeitzentrum Finkenrech in Dirmingen. Auch eine Webcam – wie sie der Nabu bei den Schneeleoparden im Neunkircher Zoo installiert hatte – könnte sich der Lautenbacher Imker vorstellen.

Hobby-Imker Jürgen Schneider an einem Bienenstock, der Teil des Bienen- und Naturlehrpfades in Lautenbach ist. Foto: Heike Jungmann
Rund um den Ottweiler Stadtteil Lautenbach ist noch viel Natur. Es gibt sogar noch Schafe, die man nicht mehr so häufig im Landkreis Neunkirchen findet. Foto: Heike Jungmann
Eine der Schautaufeln des neuen Bienenlehrpfads Lautenbach. Foto: Heike Jungmann

Viele Ideen also, für die es schon einige Sponsoren und Unterstützer gibt wie etwa die Stadt Ottweiler. Auf einem zweiten Grundstück der Schneiders gegenüber vom Friedhof stehen auf einer Obstwiese ein Bienenkasten und daneben ein Schaukasten, der ebenfalls mit Bienen belegt werden soll. Hier findet die vom Landrat gespendete Sinnesbank ihren Platz, von der man einen traumhaften Blick auf das Dorf Lautenbach und den Höcherberg hat. Die Schneiders hoffen, dass der Funke, den sie durch ihre Aktivitäten entzünden, auf andere Menschen überspringt. „Damit sich die Leute wieder mehr für die Natur interessieren.“

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