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Ortsrat Ottweiler
Beim Verkehrskonzept muss noch nachgebessert werden

 Ottweiler . Von Juli bis Dezember vergangenen Jahres wurde in der Ottweiler Altstadt ein neues verkehrsrechtliches Entwicklungskonzept getestet. Drei Schwerpunktmaßnahmen sollten auf eine mögliche dauerhafte Umsetzung hin erprobt werden. Von Heinz Bier

Es ging um den Erhalt des Rathausplatzes und der Enggass als Fußgängerzone mit zulässigen Zeiten für den Lieferverkehr, die Ausweisung des Quartiers Schlossstraße, Schlosshof, Pauluseck, Goethestraße und Sammetgasse mit den angrenzenden Gassen als verkehrsberuhigte Bereiche sowie eine Neuordnung des ruhenden Verkehrs und der Parksituation im Bereich Weylstraße/Weylplatz.


Während der Erprobungsphase wurde in den betroffenen Bereichen gemessen, gezählt und befragt und danach wurden die Ergebnisse ausgewertet. „Jeder Bürger konnte sich äußern und davon wurde reichlich Gebrauch gemacht“, meinte Ortsvorsteher Michael Schmidt (CDU).

Laut Ergebnis der Testphase ist das Sicherheitsgefühl der Fußgänger in der Altstadt noch nicht zufriedenstellend, denn nur 22 Prozent der Befragten fühlen sich nach den Änderungen sicher. Die Geschwindigkeit im Bereich Schlosshof ist trotz der Verkehrsberuhigung noch immer zu hoch, so dass weitere bauliche Änderungen erforderlich werden. Positiv ist der Rückgang des Fahrzeugaufkommens, und daraus schließt die Verwaltung, dass die hierzu eingeleiteten Maßnahmen durchaus Wirkung gezeigt haben.



Das Verkehrskonzept soll nun der Altstadt angepasst werden. Die vorgesehenen Maßnahmen erläuterte Heike Völtzing vom Stadtamt für Bürgerdienstleistungen. Auf Empfehlung des Ortsrates sollen auch die wieder in einer sechsmonatigen Probephase über Sommer begrenzt werden, um auch deren Auswirkungen im Bereich Außengastronomie zu sehen. „Wichtige Kerndinge, die nicht funktionieren, muss man wieder rückgängig machen können“, forderte Ortsvorsteher Schmidt. Die Fraktionssprecher Karl-Heinz Nätzer (CDU), Alexander Weiß (SPD), Jörg Budke (FWG) und Johannes Niederkirchner (Die Linke) formulierten danach ihre jeweiligen Beschlussaufträge. Die werden nach einem mehrheitlichen Beschluss des Ortsrates gebündelt und an den zuständigen Bau- und Sanierungsausschuss weitergeleitet, der dann über die Machbarkeit entscheiden kann. „Damit kann ich ohne Probleme leben“, meinte der Ortsvorsteher, „denn das ist Demokratie auf kleinster Ebene.“

Zu Beginn der Jahresauftaktsitzung hatte der Ortsrat einen Antrag der Telekom zum Rückbau von zwei Telefonzellen in der Schlossstraße und an der Fußgängerbrücke am Bahnhof zurückgewiesen. Danach wird die Telekom dort jetzt zwei sogenannte Basis-Telefon-Säulen errichten, an denen bargeldlos mit Telefon- oder Kreditkarte telefoniert werden kann.