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Beim Malwettbewerb der Stadt Ottweiler gab’s am Ende nur nur Gewinner.

Malwettbewerb : Tolle Bilder zu einer verrückten Zeit

Beim Malwettbewerb der Stadt Ottweiler gab’s am Ende nur Gewinner.

Die „Corona-Angelegenheit“, wie sie Bürgermeister Holger Schäfer bei seiner Begrüßung nannte, ist manchmal auch für ein Lächeln gut. Etwa, wenn man 20 Kindern ihre wohlverdienten Geschenke kontaktlos übergeben soll – und das Problem kreativ löst, wie in diesem Fall das Rathausteam im Rahmen der kleinen Feierstunde im Schlosstheater: „Ihr findet euren Preis unter dem Tisch“, verriet Schäfer den Mädchen und Jungen, die sich sofort ihre Umschläge mit Gutscheinen für den örtlichen Spielwarenladen und das Eiscafe mit einem Griff unter die Tischplatte sicherten. Schäfer hatte es zuvor ausdrücklich bedauert, dass Großeltern und Freunde zu Hause bleiben mussten. „Mehr als 50 Personen sind nicht zugelassen für den Raum.“ Trotz Einschränkungen wollte man es sich aber nicht nehmen lassen, den jungen Künstlern von Angesicht zu Angesicht für ihre Bilder zu danken. „Über alle Altersgrenzen hinweg“ hatten Kinder zu Papier gebracht, was ihnen in diesen verrückten Zeiten auf der Seele brennt. Dargestellt werden sollte, „wen oder was vermisse ich oder worauf freue ich mich am meisten oder wen möchte ich als erstes besuchen“, rekapitulierte Schäfer noch mal kurz die Aufgabenstellung.

Die jüngsten Teilnehmer waren zwei Jahre jung, die ältesten zwölf. Alle eingegangenen Bilder wurden sechs Wochen im Rathaus ausgestellt, so dass die Verwaltungsmitarbeiter ihr Votum abgeben konnten. Nur der Bürgermeister selbst enthielt sich der Stimme: „Die sind alle so toll“, da habe er sich einfach nicht entscheiden können - und wollen.

Siegerin wurde Cora Sofie Weis. Die Siebenjährige hatte ein Pferd mit Reiterin gemalt. Über Platz zwei freute sich Lillith Meisberger (9), die sich zusammen mit ihrer Freundin Anna unterm symbolträchtigen Regenbogen verewigt hatte. Besonders originell war die Zeichnung von Katharina Keppner. Sie zeigt den Rathausvorplatz, der von geschnabelten Wesen auf fliegenden Besen bevölkert ist. Des Rätsels Lösung: „Katharina hat die Hexennacht dargestellt“, verriet ihre Mutter, Melanie Altenhofer. Tatsächlich verlief die Nacht zum 1. Mai Anno 2020 Covid-19-bedingt ruhig und ohne Schabernack. Im Jahr davor hatte Katharina mit ihrer Freundin unter anderem Klopapier gespannt.

Diese Wochen ab Mitte März seien schwierig gewesen, „weil man keine Omas einbinden konnte“, erinnern sich die Eltern. Christoph Keppner hatte immerhin die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten. Nach Aufhebung des Lockdown ging Katarina als allererstes mit ihrer Freundin Onlineskaten. Später wurde noch schön im Garten gegrillt. „Dieser Tag hat unheimlich Spaß gemacht“, erzählt Melanie Altenhofer. Dass Katharina unter den drei besten war, überraschte ihre Eltern und sie selbst ein bisschen. „Meine schönsten Bilder sind daheim“, die wollte sie nämlich nicht weggeben. Für Junes galt das nicht. Wie der Vierjährige, der mit Hut und Fliege als kleiner Gentleman auftrat, aufgeräumt erklärte, sind das seine Freunde Marlon, Noah und Malu auf dem von ihm eingereichten Gemälde. „Er hat so gehofft, sie bald wiedersehen zu können“, erinnern sich Lea und Benjamin Hollemeyer. Ihr Sohn vermisste auch den Kindergarten schrecklich, „Junes hat in diesen Wochen tatsächlich viel geweint“. Aber jetzt ist alles wieder gut.