Auflösung Rätsel: SZ-Leserfoto aus Ottweiler ein Tintenfischpilz

Rätsel gelöst : Die „Pflanze“ ist ein Tintenfischpilz

Ursprünglich stammt der Pilz aus Australien. Viele Leserzuschriften zur SZ-Veröffentlichung.

Ein großes Echo hat das am Donnerstag, 18. Juli, auf der Seite C 5 veröffentlichte Foto gefunden. SZ-Leser Bernd Luuk aus Ottweiler hatte beim Waldspaziergang mit seiner Tochter eine „eigenartige Pflanze“ entdeckt und bat um Bestimmungshilfe. Luise Wolff-Boresch aus Ottweiler schreibt dazu: „Das Foto zeigt, wie richtig angenommen, den Tintenfischpilz, Clathrus archeri. Er stammt ursprünglich aus Australien. Er ist nicht giftig, jedoch ungenießbar und hat einen unangenehmen Geruch. In meinem Garten trat er vor zwei, drei Jahren in der Nähe von Bäumen erstmals auf, dieses Jahr an einer anderen Stelle.“ SZ-Leser Jörg Witkopp fügt hinzu: „Der Tintenfischpilz tauchte in Europa erstmals 1913 in den Vogesen auf und stammt ursprünglich aus Australien.“ Jörg Witkopp muss es wissen, er ist Pilzsachverständiger der DGfM (Deutsche Gesellschaft der Mykologie) und Mitglied der Pilzfreunde Saar-Pfalz.

Auch Hans Heinz Funk, Peter Radlinger und die beiden Steinbacherinnen Karin und Sibylle Junk haben den Tintenfischpilz erkannt und der Redaktion eine entsprechende Mail geschickt.

Noch ausführlicher schreibt Werner Butz in einer E-Mail: „Der Pilz gehört zur umfangreichen Klasse der Ständerpilze in die nähere Verwandtschaft der Stinkmorchelartigen und zu der Gruppe der Blumenpilze oder Gitterlinge. Er wächst gerne auf Rindenmulch, ist ungiftig, aber ungenießbar. Der hier sichtbare, tintenfischartige Pilzkörper entsteht aus einem Hexenei – geschlossene Hexeneier sind auf dem Foto noch zwischen dem Moos erkennbar. Daraus entfaltet sich ein Stiel mit fünf bis sechs Tentakeln, auf denen eine olivgrüne, später dunkelbraune bis schwarze Sporenmasse zu erkennen ist. Durch den Aasgeruch werden Insekten angelockt, die die Sporenmasse aufnehmen und durch die Ausscheidung der Sporen zur Verbreitung des Pilzes beitragen. Der Pilz ist ein Exot, der ursprünglich in Australien, Neuseeland und Tasmanien beheimatet war. Nach Europa gelangten die Pilzsporen möglicherweise durch Schafwollimporte. In den 1930er Jahren wurde der Pilz in Baden entdeckt und hat sich zwischenzeitlich in Deutschland weiter ausgebreitet“, teilt Werner Butz abschließend unseren Lesern mit.

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