| 19:08 Uhr

Auf Tour mit dem Schankwirt

„Schankwirt“ Dieter Schmitt führte die Gruppe durch die Ottweiler Altstadt und in drei beliebte Restaurants. Fotos: Anika Mayer
„Schankwirt“ Dieter Schmitt führte die Gruppe durch die Ottweiler Altstadt und in drei beliebte Restaurants. Fotos: Anika Mayer
Ottweiler. Auf den Spuren der mittelalterlichen Stadt wandeln und sich zwischendurch mit leckeren Speisen stärken: Darum ging es bei der ersten kulinarischen Stadtführung mit Schankwirt Dieter Schmitt durch Ottweiler. Anika Mayer

Wenn man eine Stadt zu Fuß erkundet und sich dabei noch eine Reihe von Jahreszahlen, Personen und Geschehnissen zu merken versucht, macht das hungrig. Das hat Dieter Schmitt am eigenen Leib erfahren, also hat er sich für die Ottweiler Stadtführung eine ganz besondere Variante ausgedacht - nämlich eine kulinarische. "Wir wollen damit das touristische Angebot erweitern und die hiesige Gastronomie unterstützen", erklärt er.



Gutes Essen hat Tradition

Zur ersten kulinarischen Stadtführung am Donnerstagabend erschienen 13 Teilnehmer. Am Schlossplatz ging es los, mit Schmitt als Schankwirt im mittelalterlichen Gewand. Und bei seinen Ausführungen wurde schnell klar: Gut gegessen und getrunken hat man in Ottweiler schon immer gerne. Von einem rauchenden Konditor, der sein Gebäck gewissenhaft mit Tütchen an der Pfeife vor Asche schützte, berichtete Schmitt beispielsweise oder von mittelalterlichen Mönchen, die ihre Tage fast ausschließlich mit Bierbrauen und Trinken verbrachten. Obwohl sie eigentlich hier angesiedelt worden waren, um die im Glauben nachlässige Bevölkerung auf den rechten Weg zu bringen. "Sie haben ihren Job nicht gut gemacht", so Schmitt.

Allerdings brauchte es wahrscheinlich auch einiges an Standhaftigkeit, um in Ottweiler dem Alkohol zu widerstehen, war die Stadt doch lange eine wahre Bier-Hochburg. "Ganze 15 Brauereien gab es 1830, mehr als in Saarbrücken damals!"

Dass der kulinarische Teil der Führung zu seinen Erzählungen passte, das war Schmitt wichtig. Echte saarländische Küche gab es deshalb - beim ersten Zwischenstopp im Restaurant Zwinger "Löffelchesbohnesubb" mit "Quetschekuche". Für Inhaberin Carmen Bleymehl war schnell klar gewesen, dass man sich an der kulinarischen Stadtführung beteiligen würde: "Es ist immer toll, wenn solche Aktionen Leute nach Ottweiler bringen und die schönen Ecken der Stadt bekannter machen."



Bei Suppe und Kuchen wurde Schmitt im Geschichten-Erzählen dann schnell abgelöst. Die Teilnehmer plauderten darüber, wie das Gericht im eigenen Zuhause zubereitet wurde und welche Erinnerungen und Anekdoten sie damit verbinden. Die erste kulinarische Stadtführung kam bestens an.

Die Stadt neu entdecken

"Sehr erfrischend, Ottweiler mal von einer anderen Seite kennenzulernen", sagte die einheimische Stephanie Budenz. Martin Trautmann sah es ähnlich: "Wir sind zwar als Steinbacher oft in Ottweiler , aber eine kulinarischen Führung ist eine witzige Idee. Das wollten wir uns ansehen."

Die Stadtmauer, der Zwinger, der Stengelpavillon, das Witwenpalais und mehr standen an diesem Abend noch auf dem Plan. Und zwischendurch durften sich die Teilnehmer der Kulinarik-Führung noch zwei Mal stärken: im Restaurant Herr Schulz und im Gasthaus Zur Sonne bei "Dibbelabbes" und Rostigen Rittern.

Zwischenstopp für „Löffelchesbohnesupp“ mit Dieter Schmitt (links im Bild).
Zwischenstopp für „Löffelchesbohnesupp“ mit Dieter Schmitt (links im Bild).