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Abends durch die Altstadt flanierenWarum Menschen gerne in der Stadt Ottweiler leben

Abends durch die Altstadt flanierenWarum Menschen gerne in der Stadt Ottweiler leben

Ottweiler. Er ist überzeugter Ottweiler Bürger und kennt viele Gründe dafür, gerne in seiner Heimatstadt zu leben: Seit 13 Jahren steht Ralf Thilmany (Foto: SZ) an der Spitze des Gewerbevereins Ottweiler

Ottweiler. Er ist überzeugter Ottweiler Bürger und kennt viele Gründe dafür, gerne in seiner Heimatstadt zu leben: Seit 13 Jahren steht Ralf Thilmany (Foto: SZ) an der Spitze des Gewerbevereins Ottweiler. "Meine Heimatstadt ist eine tolle Stadt zum Leben, es gibt viel Natur, und ich bin nach wie vor der Auffassung, dass die Bürger unserer Stadt gut versorgt sind", so Thilmany im Gespräch mit der SZ. Was nicht heiße, dass man das Angebot nicht verbessern könnte. "Es ist bekannt, dass wir einen Vollversorger suchen. Vor Jahren schon hat uns ein Isoplan-Gutachten eine Lücke im Bereich Lebensmittel-Versorgung attestiert." Er appelliere an die Verantwortlichkeit der Bürger, dass sie auch in Ottweiler einkaufen, um die Angebote der Stadt aufrechterhalten zu können. Der 45-jährige Rechtsanwalt nennt Ottweiler eine "Super-Wohnstadt", die einiges zu bieten habe. Am 10. Oktober findet der neue Prinz-Heinrich-Markt im Zentrum statt. Er ersetzt den früheren Bauern- und Weinmarkt, wird aber im Angebot noch erweitert. Der rund 90 Mitglieder starke Gewerbeverein deckt das Gros der Innenstadt ab. "Ich würde gerne einige Ärzte mit ins Boot nehmen. Die vertreten ja auch meine Interessen", so Thilmany. Viele Gewerbetreibende wüssten nicht, wie wichtig Image-Werbung sei. Als "ganz toll" bezeichnete er die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung. "Ich fühle mich total heimisch in Ottweiler. Wenn ich abends durch die Altstadt gehe, treffe ich immer jemanden zum Reden. Und durch die Sanierung des Alten Turms kann man jetzt den mittelalterlichen Stadtkern auch von oben bewundern", so Thilmany, der nach eigenem Bekunden auch "ein bisschen stolz darauf ist, dass die Stadt sich so gut entwickelt hat". Zugegeben schwieriger sei das Verhältnis zu den Stadtteilen: "Die Veranstaltungen finden halt im Ottweiler Zentrum, in unserem Wohnzimmer also, statt. Aber ich suche beispielsweise auch die Kommunikation mit dem Gewerbeverein Fürth. Wir wollen mehr zusammenarbeiten. Ich würde mir schon wünschen, dass sich hier einiges verbessern ließe, denn es ist natürlich wichtig, die Stadtteile mit einbeziehen zu können. Der FDP-Politiker ist im sechsten Jahr auch Beigeordneter der Stadt Ottweiler und bezeichnet es als Mangel, dass Mittelständler in vielen Kommunalparlamenten nicht vertreten seien, "obwohl wir sie gerne als Rückgrat der Wirtschaft propagieren". Ottweiler sei eine Stadt zum Leben. "Dazu gehört auch, dass ich die Dinge zukunftsorientiert gestalte. Es geht nicht nur um die Historie, sondern auch um das Leben in der Stadt - und Verkehr ist auch Leben", spielte Thilmany auf ein Dauerthema an: Soll der Bereich Schlossplatz für den Durchgangsverkehr gesperrt werden oder nicht? "Wir müssen versuchen, den Verkehr so rücksichtsvoll wie möglich durchs Zentrum zu leiten." Hätte der Keyboarder des Blues Brother's Band Project und passionierte Allround-Sportler ("Ich mache, was irgendwie geht") einen Wunsch für seine Stadt Ottweiler frei, würde er sich wünschen, "dass die Ottweiler Bürger in Ottweiler einkaufen gehen". Und privat? "Mehr Freizeit", kommt die spontane Antwort. Ottweiler. Heimat: Das ist ein Wort, das in den meisten Menschen Emotionen weckt. Doch wo ist Heimat? Zuerst wohl auf jeden Fall dort, wo man lebt, wo man seine Kinder aufzieht, seinem Beruf nachgeht, Freud und Leid erlebt. Heimat ist der Ort oder der Stadtteil mit seinen Menschen, seinen Häusern, den Vereinen und seiner Landschaft. Die Menschen im Saarland, so sagt man, sind besonders heimatverbunden. Dem will die Saarbrücker Zeitung mit einer neuen Aktion nachgehen. "Ich lebe gern in Ottweiler", heißt es ab heute in Ihrer SZ. In den kommenden zwei Wochen werden Journalisten und Fotografen der Frage nachgehen, warum die Menschen gern in Ottweiler leben. Was macht den Charme der Stadt aus? Welche Menschen leben hier, und warum ist ihnen ihr Ort wichtig? Intensiv wird die SZ die Vereine in Ottweiler in den Fokus nehmen. Ganz besonders umfangreich werden aber die Ottweiler Bürger selbst zu Wort kommen. Denn schließlich ist es ihr Ort, ihre Heimat. "Ich lebe gern in Ottweiler", soll so ein positiver Spiegel des Lebens in der Residenzstadt und ihrer Stadtteile werden. Und dabei wird es die Saarbrücker Zeitung nicht belassen. Kontinuierlich wird die Redaktion weiter nach der Seele unserer Heimat suchen - in allen Orten des Landes. red Ottweiler. Auch die 62-jährige Helga Figaj lebt in Ottweiler. Und sie lebt gerne hier "weil ich hier geboren bin". Außerdem schätzt sie die Altstadt mit ihrer Historie, "die ist so schön". Helga Figaj mag den Rosengarten und die Tatsache, "dass man die Leute kennt". sie mag die Gespräch, die offenen Menschen und die gute Infrastruktur. Außerdem lebt Helga Figaj gerne in Ottweiler, weil "Ottweiler eine karnevalistische Hoburg mit einem der ältesten Karnevalsvereine im Saarland" ist. red "Wir müssen versuchen, den Verkehr rücksichtsvoll durchs Zentrum zu leiten."Ralf Thilmany