Erlebnisse an Ostern : Süße Tiere gibt’s nicht nur im Oster-Nestchen

So süüüüß! An Ostern ist nicht nur das Interesse an diversen Schoko-Viechern riesig, sondern auch am realen Tier-Nachwuchs, der sich in den ersten Frühlingswochen eingestellt hat. Die SZ hat eine Züchterfamilie besucht; der Neunkircher Zoo lädt ein.

  Auch nach Jahrzehnten als Züchter von Ziervögeln, Hühnern, Kaninchen und Schafen ist es für Margit und Karl-Josef Jochem aus Uchtelfangen immer wieder ein Ereignis, wenn die Küken schlüpfen, Langohr-Babys und Lämmer auf die Welt kommen. Wobei es den Jochems nicht ums „Vermehren“, sondern vor allem um die systematische Zucht von alten und gefährdeten Haustierrassen geht. Als Sprecher der Gesellschaft für alte und gefährdete Haustierrassen, kurz GEH, im Saarland will Jochem mithelfen, das öffentliche Bewusstsein zu schärfen: 130 Rassen, beispielsweise das Marder-Kaninchen, das Waldschaf, das Glan-Rind, das Bunte Bentheimer Schwein oder das Rottaler Pferd, stehen auf der Roten Liste der GEH. So ist Karl-Josef Jochem mit einigen Mitstreitern an Ostersamstag und Ostersonntag beim Slow-Food-Markt in Merzig, um für die Ziele der GEH zu werben. Familie Jochem pflegt beispielsweise die Skudden-Schafe, die Marder-Kaninchen und Brakel-Hühner in „Gold“.

„Erhalten durch aufessen“, zartbeseitete Tierfreunde werden bei dieser Aussage von Jochem zwar zuerst einmal schmerzvoll zucken, doch ist es Tatsache, dass nur Rassen von Züchtern erhalten werden, die auch einen Absatzmarkt finden. Die private Liebhaber-Zucht mit einer Handvoll Tiere kann diese Erhaltungsarbeit im Dienste eines breit aufgestellten Pools wertvoller Gene kaum leisten. Der Verbraucher sollte sich also durchaus Gedanken machen, ob er massenhaft importierte Billig-Lammkeulen aus Neuseeland verzehrt, oder doch lieber heimische landwirtschaftliche Produzenten unterstützt. Bei entsprechender Nachfrage wären die dann nämlich durchaus motiviert, die alten Rassen vermehrt zu nutzen. Die seltenen Skudden-Schafe auf Jochems Uchtelfanger Weide geben sich jedenfalls größte Mühe mit der Vermehrung: gleich fünf Lämmer springen mit Müttern und Vater durchs Grün.

Zu Ostern gehören traditionell auch Spaziergang oder Ausflug. Da bietet sich der Neunkircher Zoo mit seinem Tiernachwuchs in vielen Gehegen an. Und am Ostersonntag, 21. April, ist der Osterhase mit tatkräftiger Unterstützung des Kinderkarnevalsvereins Hoppeditz aus Neunkirchen zu Gast und verteilt in der Zeit von 11 bis 13 Uhr Ostereier, solange der Vorrat reicht.

Nach den Eröffnungen des Steinkauz-Zentrums, der Pater David-Volieren und der Fossa-Anlage gibt es rund um Ostern wieder einiges im Zoo in der Kreisstadt Neunkirchen zu entdecken: So startet diesem Jahr die von der Zoopädagogik neu gegründete Neunkircher ZooAkademie. Die ZooAkademie bietet für Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahre besondere Einblicke in den Neunkircher Zoo als wissenschaftlich geführtes Natur- und Artenschutzzentrum, wie der Zoo mitteilt. Es gibt viele Details zu den im Neunkircher Zoo gehaltenen Tieren, dabei fließen auch Berichte über Naturschutzbemühungen in Nah und Fern mit ein. Gerade für die Kinder kommen viele Anschauungsgegenstände vom Elefantenstoßzahn bis zur Schlangenhaut zum Einsatz, um die Tiere noch näher zu bringen und begreifbar zu machen, so der Zoo.
Was die Kinder noch erleben: Tierbeschäftigung, das Steinkauz-Zentrum, Aktionen zu „Silent Forest – Stille Wälder“ zur Kampagne des Europäischen Zoo- und Aquarienverbandes sowie Elemente aus der Erlebnis- und Waldpädagogik.
In den Osterferien gibt es zwei Termine der Neunkircher ZooAkademie am Mittwoch, 24. April, und Donnerstag, 25. April. Die Akademie beginnt jeweils um 10 Uhr und endet um 14 Uhr. Treffpunkt ist bereits um 9.45 Uhr am Haupteingang. Die Teilnehmerzahl ist jeweils auf 15 Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahre begrenzt. Die Kinder sollten ohne Begleitung eines Erwachsenen teilnehmen und es ist eine vorgedruckte Elternerlaubnis/Einverständniserklärung auszufüllen. Verpflegung ist mitzubringen, festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung sind von Vorteil.

Der Zoo macht noch ein weiteres Angebot: Am Samstag, 27. April, ab 13 Uhr (Treffpunkt Haupteingang) findet eine  Führung mit Zootierarzt Mark Alexander Eichelmann statt. Bei der ungefähr 90-minütigen Entdeckungstour werden kleine und große Patienten besucht und es gibt spannende Hintergrundgeschichten. Als weitere Besonderheit  gehört das Blasrohr-Schießen für alle Beteiligten dazu. Die zoopädagogischen Programme kosten jeweils nur den Eintrittspreis.

Karl-Josef Jochem mit zwei Küken seltener Rassen. Foto: Engel
Die Skudden gehören zu den gefährdeten Schafsrassen. In Uchtelfangen gedeihen sie prächtig. Foto: Engel
Flauschiger Eulennachwuchs im Zoo Neunkirchen. Foto: Bittner.photography

Eine Anmeldung zur ZooAkademie und der Entdeckertour mit dem Zoo-Tierarzt ist telefonisch unter (06821) 91 36 33 oder per E-Mail an info@neunkircherzoo.de erforderlich. Mehr dazu auch unter www.neunkircherzoo.de und auf der facebook-Fanpage des Neunkircher Zoos.

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