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Ortsrat Furpach diskutiert über Baumgräber

Ortsrat Furpach : Rindenmulch findet keinen Beifall

Furpacher Ortsräte diskutieren ausgiebig über Baumgräber und Baumpatenschaften.

Da rechnet man mit nichts Schlimmen und dann so was! Bisher hatte Andreas Bies, Leiter des Friedhofsamtes, auf seiner Tour durch die Ortsräte viel Lob und Zustimmung für sein Baumgräber-Konzept erfahren. Anders im Ortsrat Furpach im Robinsondorf. Dort konnte sich die Mehrheit der Mandatsträger am Montagabend nicht so richtig mit der geplanten Ausgestaltung der neuartigen Grabstellen anfreunden. Kritik gab es vor allem für die fehlenden Möglichkeiten der individuellen Trauerbewältigung in Form von Gedenktafeln oder dem Aufstellen von Kerzen/Blumen. Stattdessen plädiert Bies für Rindenmulch pur – was sich bei einem Baumscheiben-Durchmesser von fünf Metern recht trist ausnehmen könnte, so ein mehrfach geäußerter Einwand. „Da geht noch viel mehr“, betonte Astrid Hilt (Grüne) und brachte sogenannte Memoriam-Gärten ins Spiel. Als Steinbildhauermeisterin vom Fach, wünscht sie sich eine zeitgemäßere, ansprechendere Art der Grabgestaltung – gerade im Hinblick auf die besonders naturverbundene Klientel, die man ja mit den Baumgräbern anvisiert. Für Bies ist es vor allem ein mathematisches Problem: Gestattet man das Dekorieren der Grabstätte, wären diese bald heillos überflutet mit Figuren, Gestecken und ähnlichem. Lehrt doch die Erfahrung, dass sich die Hinterbliebenen oft nicht an beschränkende Vorgaben halten. „Gibt es beispielsweise drei Kinder plus Enkel und jeder bringt am Totensonntag etwas mit“, dazu noch Onkel oder Tanten, kann man sich ausrechnen, wie sich das Ganze bei 24 Urnen pro Baum aufsummiert. Als konstruktiv erwies sich der Vorschlag von Andreas Hammer (SPD), jetzt erst mal zu starten und nach einem Jahr zu schauen, ob Veränderungen vorgenommen werden müssen.

„Trauer und Trauerbewältigung sind sehr individuell“, schloss Ortsvorsteher Peter Pirrung dieses mit sehr vielen Emotionen verbundene Thema ab. Als Ergänzung des bestehenden Portfolios mit bisher 18 Möglichkeiten, Verstorbene in Neunkirchen zu bestatten, sei das Konzept „richtig gut“. Vorausgesetzt, man würde bei der Gestaltung einen Kompromiss finden. Der entsprechend verifizierten Beschlussvorlage stimmten bis auf zwei Ausnahmen alle Ortsratsmitglieder zu.

Um Bäume drehte sich auch ein weiterer Tagesordnungspunkt: So stellten Stadtratsmitglied Christel Hasmann (Grüne) und Doris Kiefer von der Stabsstelle für Demografie und Dorfentwicklung das Projekt „Baumpatenschaft“ vor. Initiiert von der Bürgerschaft Wiebelskirchen (wir berichteten), will man nun auch Interessierten in den anderen Stadtteilen die Möglichkeit geben, diesbezüglich tätig zu werden. Doris Kiefer sieht „gute Chancen“, dafür beim Ministerium Fördermittel zu erhalten. Wofür konkret, erschloss sich nicht allen Zuhörern. Geht es doch nicht um Neupflanzungen von Bäumen, sondern um Bestandspflege. „Ich sehe da keinen Mehrwert“, gestand Pirrung mit Blick auf die Arbeit des ZBN, dessen Mitarbeiter sich regulär um Bäume im Stadtgebiet kümmern. „Außerdem haben wir sehr viel Dorfentwicklungsarbeit vor uns.“ Da könne es kontraproduktiv sein, sich selbst mit parallelen Projekten „die Ressourcen bürgerschaftlichen Engagements abzugraben“. Konsens fand der Vorschlag, zunächst im Stadtteil zu eruieren, ob überhaupt ein Bedarf für Baumpatenschaften besteht.