November- Betrachtungen

Der traurigste aller Monate sei der November, so sagen nicht wenige Zeitgenossen. Da sind zum Einen die religiösen Gedenktage, die uns nachdrücklich an die Vergänglichkeit unseres Seins erinnern. Passend dazu stellt sich nicht selten das ungeliebte Novemberwetter ein, mit nieselnder Kälte und stürmisch-dunklen Abenden - Bonjour Tristesse

Der traurigste aller Monate sei der November, so sagen nicht wenige Zeitgenossen. Da sind zum Einen die religiösen Gedenktage, die uns nachdrücklich an die Vergänglichkeit unseres Seins erinnern. Passend dazu stellt sich nicht selten das ungeliebte Novemberwetter ein, mit nieselnder Kälte und stürmisch-dunklen Abenden - Bonjour Tristesse.Und wer im November Geburtstag feiert, bekommt von den Sterndeutern als Sternzeichen den giftstacheligen Skorpion verpasst und wird vom "dunklen" Planeten Pluto regiert. Auch eine nachhaltige historische Last schleppt der November mit sich: Vom 9. auf 10. fanden im Jahr 1938 die menschenverachtenden Pogrome der Nazis gegen jüdische Mitbürger statt.Genug, hier haken wir ein, um dem Monat, den unsere Vorfahren Nebelmond nannten, positive Seiten abzugewinnen. So brachte ebenfalls der 9. November, und zwar vor 20 Jahren, den Fall der verhassten Berliner Mauer und versetzte die Deutschen in Einheitsseligkeit.Die Narren wollen sich im elften Monat das Leben schon gar nicht trüben lassen: Am närrischen Datum 11. 11. weckt der traditionelle Startschuss für die Session Vorfreude auf Kappensitzungen und Rosenmontagsumzüge.Schließlich beginnt auch der Countdown für Weihnachten im November. Am 29. müssen die Adventskränze bereit stehen, dann ist der erste Advent. Und an den Hauswänden üben sich dann die Weihnachtsmänner als Klettermaxen und in dem ein oder anderen Vorgarten stehen sicher schon bunt beleuchtete Rentierschlitten . . .Nicht zuletzt aber ist der November auch ein Monat für Romantiker und Hektik-Abstinenzler. Die bei Kerzenschein einen heißen Tee oder Punsch genießen, eingemummelt in die Lieblingsdecke Musik zum Träumen hören, sich's endlich mit einem Buch, das sie schon lange lesen wollten, gemütlich machen . . .Der langen Schreibe kurzer Sinn: November ist, was man draus macht!