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Großer Ärger vor allem für die Bahn-KundenZum Artikel "Bahnfahrer dürfen keine Bedürfnisse haben" (SZ vom 4

Großer Ärger vor allem für die Bahn-KundenZum Artikel "Bahnfahrer dürfen keine Bedürfnisse haben" (SZ vom 4. September)Die fehlenden Toiletten im Bahnhof Neunkirchen sind nicht nur für die Verwaltungsspitze - Alt-Oberbürgermeister Friedrich Decker und dessen Nachfolger Jürgen Fried - der Kreisstadt Neunkirchen ein Ärgernis, sondern auch erst recht für die Kunden der Bahn, für die nach Ausssage des Leiters der DB Station und Service keine Notwendigkeit mehr bestehe, einen solchen Service anzubieten. Wenn ein Pächter für die leerstehende Gaststätte gefunden wird, ist das Problem gelöst, da der Betreiber für die Konzession eine Toilettenanlage nachweisen muss. Da der Bahnhof Neunkirchen nicht an einer ICE, IC oder EC liegt, deren Bahnhöfe mit allem Komfort ausgestattet werden - zuständig dafür die Hauptverwaltung in Frankfurt - gleichsam als Aushängeschild der Bahn, ist für die anderen Bahnhofskategorien das jeweilige Bundesland zuständig. Wie es mit den Finanzen in unserem Land bestellt ist, ist ja kein Geheimnis, denn die Mittel reichen gerade für die notwendigen und laufenden Ausgaben aus, als da sind Instandsetzungs- und Unterhaltungsarbeiten. Nicht verwunderlich ist es daher, dass für den fehlenden Service auf Bahnhöfen kein Geld verfügbar ist. Dieser Umstand ist sehr bedauerlich, ja fast untragbar. So dürfen in Neunkirchen, der zweitgrößten Stadt im Saarland, Kunden der Bahn keine Bedürfnisse haben, sonst geht es im wahrsten Sinne des Wortes in die Hose. Adolf Trepesch, NeunkirchenDen Bürger scheuen wie das WeihwasserZum Leserbrief "Schuld ist noch lange nicht bewiesen" von Wernfried Werle (SZ vom 7. Oktober)Wernfried Werle versucht wie viele andere vor ihm, Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Der Hintergrund ist einfach: Dort, wo nicht differenziert wird, erscheint die Lösung häufig einfach. Allerdings muss zum Sachverhalt Stengel eines gesagt werden: Es geht nicht um die juristische Schuld oder Unschuld. Vielmehr entscheidet der Gemeinderat, ob die Bürger eine politische Konsequenz aus der momentanen Situation ziehen dürfen. Diese beiden Sachverhalte haben hinsichtlich der Bemessungskriterien nichts miteinander zu tun. Die Frage lautet doch, wieso sich sämtliche Parteien im Gemeinderat dagegen sträuben, die politische Entscheidung dem Souverän zu übertragen. Nur davon zu reden, eine Mehrheit sei für oder gegen Stengel, ist Augenwischerei und spiegelt meist die eigene Meinung wider. Diejenigen, die nicht zwischen politischen Konsequenzen einer Situation und den juristischen Urteilen unterscheiden können oder wollen, führen ein Scheinargument ins Feld, verdeutlichen die eigene Überforderung mit abstrakten Sachverhalten und haben stets eines gemeinsam: Sie scheuen die Bürger wie der Teufel das Weihwasser und versuchen sämtliche Entscheidungen in Eigenregie zu treffen ohne den Blick darauf, eine höher legitimierte Entscheidungsebene (den Souverän selbst) zu involvieren. Wenn Mathias Jochum den Gemeinderat auffordert, den Bürgern die Möglichkeit zu eröffnen, die politischen Konsequenzen ziehen zu können, so nimmt er lediglich seine Oppositionsrolle wahr. Hier von "Profilierungssucht" zu sprechen, verdeutlicht nur die eigene Unkenntnis über politische Institutionen. Marco Cinquemani, Schiffweiler