Neunkirchen hat auch bei Trockenheit genug Wasser : Neunkircher verbrauchen weniger Wasser

Neunkirchen hat auch bei Trockenheit genug Wasser : Neunkircher verbrauchen weniger Wasser

KEW-Vorstand Werner Spaniol zu trockenen Wochen im Sommer und Vorgaben der Europäischen Union zum Naturschutz.

Zuerst viele trockene Wochen, jetzt Wolken und Regen satt im Hochsommer. Das Wetter schlägt auch im Kreis Neunkirchen offenbar zunehmend Kapriolen. Während andernorts lange trockene Phasen das Wasser schon mal knapp werden lassen, besteht diese Gefahr im Kreis kaum. KEW-Vorstandschef Werner Spaniol erinnert sich an sehr trockene Sommer. Und selbst die, erläutert er im Gespräch mit der SZ, stellen das Versorgungsunternehmen nicht vor Probleme. Das Wasser im KEW-Gebiet Neunkirchen, Spiesen-Elversberg und Schiffweiler (teils über die WVO, Wasserversorgung Ostsaar, bezogen) sei gut - und in absolut ausreichender Menge vorhanden. Spaniol spricht von 7,5 Millionen Kubikmetern, die sein Unternehmen pro Jahr zur Verfügung hat. In einem normalen Jahr verkaufe die KEW allerdings um die vier Millionen Kubikmeter. Spaniol: „Da muss schon viel passieren, dass es eng werden könnte.“ Ganz im Gegenteil geht der Verbrauch seit vielen Jahren sukzessive zurück. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Die Menschen seien sparsamer geworden und bewusster, was den Umgang mit der Ressource anbelange. Der Verbrauch liege in der Region heute bei etwa 117 Litern pro Kopf und Tag. Hinzu komme der technische Fortschritt, der das noch unterstütze. Ein ganz wichtiger Faktor ist die Wirtschaft. Das Neunkircher Eisenwerk etwa habe früher einen extrem hohen Bedarf gehabt. Das ist Geschichte. Und schließlich gibt es den demografischen Wandel. Auch wenn die Zuwanderung das aktuell auffängt, unsere Gesellschaft wird nicht nur älter, sie schrumpft auch. Ob der Sommer also heiß oder verregnet ist - Neunkirchen hat Wasser genug.

Aus 27 Brunnen im Kasbruch- und Mutterbachtal, erläutert Spaniol, stammt das Neunkircher Wasser. Teilweise wird es aus 200 Meter Tiefe an die Oberfläche befördert. Der Buntsandstein sorge für eine gute Wasserqualität. Die KEW hat zwei Wasserwerke (Wellesweiler, Eschweiler Hof), über die das kostbare Gut in Hochbehälter und dann zu den Haushalten gebracht wird. Neben der hohen Güte investiere das Unternehmen kontinuierlich in sein Leitungssystem, um das „Lebensmittel Nummer Eins“ in guter Qualität zum Kunden zu bringen.

Ein ewiger Zankapfel sind dabei die Bauarbeiten in den Straßen. Denn wo die aufgerissen werden, sind die Anwohner wenig amüsiert. Ob Wasser, Gas oder Strom, Spaniol spricht von den Schätzen im Boden, die der Bürger gar nicht sehe und auch zu wenig honoriere. Sie verursachen allerdings 80 Prozent der Gesamtkosten. Was auch bedeute, dass bei sinkendem Verbrauch der Wunsch des Kunden nach permanent preiswertem Bezug nur schwer zu verwirklichen sei. In den vergangenen 15 Jahren sei der Wasserpreis dennoch lediglich „äußerst moderat“ gestiegen, betont der KEW-Chef. Durch Einsparungen im Unternehmen habe man das möglich gemacht.

Sorgen bereiten Spaniol Vorgaben der Europäischen Union. Durch das zunehmende Ausweisen von Naturschutzgebieten würden die Handlungsmöglichkeiten der KEW eingeschränkt, und das erheblich. Denn ihre Brunnen und Leitungen lägen nun mal auch in solchen Gebieten. Wenn dort zum Schutz von Flora und Fauna nur eingeschränkt gearbeitet werden dürfe und beim Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz Genehmigungen eingeholt werden müssten, behindere dies die Arbeit seiner Leute und mache das Wasser letztlich teurer. Für einen Vorrang des Naturschutzes vor der sicheren Trinkwasserversorgung der Menschen habe er kein Verständnis. Leider habe auch die Landesregierung auf Einwände des Versorgungsunternehmens nicht reagiert.

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