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Neunkircher Kulturzentrum, kurz Kult, ist drei Jahre alt.

Drei Jahre in Neunkirchen : „Kult“, das meint Kultur für alle

Vor drei Jahren öffnete das Zentrum in der Neunkircher Marienstraße seine Türen.

Das Neunkircher Kulturzentrum, kurz „Kult“, ist drei Jahre alt. Für saarländische Verhältnisse sozusagen fast ein Jubiläum, auch wenn es bis zu den notwendigen 25 Jahren noch ein gutes Stück hin ist. Was das Kult in der Marienstraße zu seinem dritten Geburtstag allerdings betrachtenswert macht, ist der rasch wachsende Zuspruch, den es nach Auskunft der Stadt erfährt. Neunkirchens Oberbürgermeister Jürgen Fried hat bei der Stadtpressekonferenz eine ganze Reihe Zahlen präsentiert, um dies zu untermauern. Echte Zahlen, betonte er, keine „Fakenews“.

Kult - die vier Buchstaben stehen für Kunst, Unterricht, Literatur und Theater. Die Stadt hat dazu jetzt eine Broschüre herausgebracht, die einzelne Aspekte unter dem Dach des Zentrums vorstellt (www.neunkirchen.de/kult). Dazu gehören die Volkshochschule, die Neunkircher Kulturgesellschaft, die Musik- und die Musicalschule, Stadtbibilothek, Kinder- und Jugendatelier, Städtische Galerie, das Hüttenstadt-Museum sowie mittlerweile auch ein Proberaum für Vereine. Bei der Pressekonferenz erläuterte der Verwaltungschef, der Strukturwandel Neunkirchens müsse nach außen und nach innen wirken. Das Kult mit seinen Angeboten für alle Bürger stehe dafür, dass die Stadt auf vielen Feldern aktiv ist. Und das komme an. Die Städtische Galerie, führt Fried aus, hat seit der Eröffnung ihre durchschnittliche Besucherzahl pro Jahr annähernd verdoppelt. Von 3500 ist die Zahl auf rund 6000 gestiegen. Fried spricht von „großstädtischen Möglichkeiten“, die das neue Haus biete und etwa eine Ausstellung wie die überdimensionalen Meereswellen-Werke von Jochen Hein erst möglich mache. Auch die Stadtbibliothek hat demnach stark hinzugewonnen. Seit dem Umzug von der Lutherstraße ins Kult habe sich die Zahl der Nutzer von 1376 in 2015 auf 2191(Zahl von 2017) gesteigert, etwa 50 Prozent mehr. 100 Prozent mehr, erläutert Fried, weise die Statistik auch bei der Zahl der Besuche aus, von knapp über 30 000 auf annähernd 60 000. Die Menschen, die das Bibliotheksangebot in Anspruch nehmen, werden jünger. Die Unter-Zwölf-Jährigen unter den Nutzern sind von 187 in 2015 auf 427 in 2017 gestiegen. Stolz sei er auf diese Steigerungsrate, sagt Fried. Das Konzept, ausdrück­lich Familien, Kinder und Jugendliche anzusprechen, trage Früchte. Auch VHS, Musicalschule und Musikschule haben nach den Zahlen der Verwaltung einen positiven Trend. Beim Hüttenstadtmuseum sieht Fried noch Entwicklungsbedarf. Die Darstellung der Stadtgeschichte gehe mit einem erheblichen finanziellen Aufwand einher. Dazu brauche Neunkirchen Fördergeld. Bislang seien die Bemühungen in dieser Richtung ohne Erfolg geblieben. Mit den beiden Ausstellungen Willi Kurz und „Neunkirchen 0.1“ sei man erfolgreich gewesen. Jetzt steht die Schau „Rohrbach90“ über das Leben und Werk des Filmproduzenten im Spiegel seiner Neunkircher Wurzeln vor der Tür. Eröffnet wird sie am Freitag,16. November. Am 12. Dezember 2015 eröffnete das Kulturzentrum nach anderthalb Jahren Bauzeit. Verzahnt sind dabei ehemaliges Bürgerhaus und ehemaliges Amtsgericht mit einem Neubau. Die Arbeiten zu dem neuen Trakt, in dem die Stadtbücherei residiert, begannen im Juli 2014, der Umbau des damaligen Bürgerhauses im Februar 2015. 1,3 Millionen Euro kostete das Projekt, knapp die Hälfte der Summe kam von der Europäischen Union. Für Verwaltungschef Fried ist das Kult eines von zwei kulturellen Zentren in der Stadt. Neben der Marienstraße besteht ein Ensemble mit der Neuen Gebläsehalle, der Stummschen Reithalle und dem jüngst eröffneten Kreativzentrum Kutscherhaus als Kulturzentrum.