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Neunkircher Frühling
Neunkircher Frühling wie im Bilderbuch

Neunkircher Frühling mit offenen Geschäften: Am Sonntag war viel los in der Stadt. Katja Gudt aus Fischbach hatte ihren Stand liebevoll dekoriert.
Neunkircher Frühling mit offenen Geschäften: Am Sonntag war viel los in der Stadt. Katja Gudt aus Fischbach hatte ihren Stand liebevoll dekoriert. FOTO: Jörg Jacobi
Neunkirchen. Die Veranstaltung mit offenen Geschäften am Sonntag profitierte vom tollen Wetter. Einige Initiativen warben in eigener Sache. Von Heinz Bier

Neunkircher Frühling und verkaufsoffener Sonntag sind seit Jahren eine erfolgreiche Kombination. Und wenn dann, wie gestern, auch der meteorologische Frühling noch mitspielt, herrscht in der Stadt Hochbetrieb. Nach frostigen Zeiten war es ein Frühlingserwachen in mehrfacher Hinsicht. Für Frühlingsgefühle sorgte das abwechslungsreiche Programm, das von der Stumm- bis zur Bahnhofstraße geboten wurde.


Kulinarische und musikalische Leckerbissen, interessante Aussteller, Aktionen für Groß und Klein, ein Gewinnspiel mit tollen Preisen sowie von 13 bis 18 Uhr die Möglichkeit zum Sonntagseinkauf in rund 150 Geschäften verfehlten ihre Wirkung nicht. Frühlingshaft bunt wurden die Besucher in der Bahnhofstraße empfangen. Initiiert von einigen Gewerbetreibenden in diesem Bereich waren dort ein kleiner Blumenmarkt und mehrere Stände mit österlichen Bastel- und Dekorationsarbeiten aufgebaut. Mittendrin gab es Gewürze jedweder Geschmacksrichtung und Lederaccessoires für sie und ihn. Die kleinen Besucher durften auf dem Lübbener Platz auf einer großen Hüpfburg toben, was das Zeug hielt.

Zentrum der Veranstaltung war aber der Stummplatz und dort war schon am frühen Nachmittag richtig was los. Auf der Bühne sorgten die Musiker der saarländischen Band „LangerMütze“ für einen richtig guten Sound zum Frühling und dazu passte ein Eis oder ein Weißbier in der Frühlingssonne perfekt. Neben Rostwürsten, Schwenker und Schaales gehörten zum Neunkircher Frühling auch einige wichtige Informationsstände. Der kommunale Energieversorger KEW brachte den Interessenten das Klimaprojekt Neunkirchen näher, der Förderverein der Bachschule bot daneben österliche Dekorationsartikel an. Unter dem Slogan „Weg mit dem Plastik“ warb der Bürgerstammtisch Unterstadt für seine Arbeit auf dem Weg zur Wohlfühloase und betrieb dabei aktive Mitgliederwerbung. „Wir brauchen junge Leute für die handwerklichen Arbeiten“, wies Jürgen Specht auf diese Notwendigkeit hin.



Nebenan gab der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) unter anderem Anleitungen für Erste Hilfe bei Kindernotfällen und der Zooverein informierte an einem Informationsstand über seine Arbeit. In der Stummstraße stand Patrick Reichert an einem Info-Bus der NVG für Fragen zur Verfügung, derweil seine Kollegen Dieter Cornet und Eugen Hodel in ihrer historischen Straßenbahnerkluft die Fahrgäste mit dem Neunkircher Frühlingsexpress durch die Stadt chauffierten. Die Nostalgiebahn war eine weitere Attraktion des Neunkircher Frühlings und zudem für einen guten Zweck, denn der Fahrpreis von 50 Cent kommt der Initiative „Neunkircher in Not“ zu Gute.

Auch das Musicalprojekt Neunkirchen war mit einem Infostand vertreten und warb unter anderem für die weiteren Aufführungen der „Producers“ im August. Mit dabei die vier alten Damen des Musicals mit ihren Gehhilfen, die bei einer spontanen Einlage vor der Bühne zur Originalmusik von „LangerMütze“ für einen kurzen Vorgeschmack auf das Musical sorgten und manchen Besucher des Neunkircher Frühlings verblüfften. Das gefiel auch Franco Governali, der gerade aus Offenbach auf den Stummplatz gekommen und angenehm überrascht war über das Treiben. „Klasse Sache, einfach super“, meinte der Neunkircher mit italienischen Wurzeln. Und daran hatte das Wetter einen maßgeblichen Anteil. Jessica Schmidt und Cornelia Feld machten aber klar, dass das kein Zufall war. „Wir haben die letzten Tage immer schön unsere Teller leer gegessen“, nannten die beiden Rathausmitarbeiterinnen den wahren Grund für die perfekten äußeren Bedingungen. Jessica Schmidt hatte den Neunkircher Frühling organisiert „und von Cornelia erhalte ich die mentale Unterstützung“, benannte die Citymanagerin die Wichtigkeit ihrer Kollegin.

Die Neunkircher Straßencafés luden zum Verweilen ein.
Die Neunkircher Straßencafés luden zum Verweilen ein. FOTO: Jörg Jacobi