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Zwei Frauen sterben bei Brand in Ottweiler

Zwei Frauen sterben bei Brand in Ottweiler

Ottweiler. Von weitem ist am Donnerstagmorgen kaum etwas von dem Brand zu erkennen, bei dem hier in der Nacht eine 43-jährige Frau und ihre 24-jährige Tochter ums Leben gekommen sind. Lediglich ein Wagen der Kriminalpolizei, ein Kamerateam und Fotografen deuten darauf hin

Ottweiler. Von weitem ist am Donnerstagmorgen kaum etwas von dem Brand zu erkennen, bei dem hier in der Nacht eine 43-jährige Frau und ihre 24-jährige Tochter ums Leben gekommen sind. Lediglich ein Wagen der Kriminalpolizei, ein Kamerateam und Fotografen deuten darauf hin. Je näher man dem Haus mit der Nummer 3 b in der Ottweiler Blumenstraße allerdings kommt, desto deutlicher werden die Spuren des verheerenden Unglücks. Polizeibeamte in Schutzkleidung suchen in den Trümmern nach Spuren und machen Fotos. Blitzlicht erhellt immer wieder die düstere Szenerie. Zerbrochene Fensterscheiben, verkohltes Mobiliar, Löschwasser, das knöcheltief in den Fluren steht, und beißender Brandgeruch zeugen davon, wie das Feuer hier Stunden zuvor gewütet hat. Passanten stehen vor dem Haus, spekulieren über Ursache und Hergang und sind vor allem erschüttert. "Ich habe heute Nacht die Feuerwehr gehört. Es ist unfassbar, dass hier zwei Menschen ums Leben gekommen sind. Man kann sich das nicht vorstellen", sagt ein Anwohner.Es war 2.23 Uhr als der Notruf einging. "Es war von einem Brand und Personen in dem Gebäude die Rede", sagte Georg Himbert, Pressesprecher der Landespolizeidirektion, auf Nachfrage der SZ. Bereits Sekunden nachdem die Wehr vor Ort war, versuchten sich die ersten Feuerwehrleute, geschützt mit Atemschutzgeräten, in das Gebäude vorzukämpfen. "Vier Personen haben sich selbst aus dem Anwesen retten können", berichtete Polizeisprecher Himbert. Dabei handelte es sich um den 53-jährigen Ehemann, die 14-jährige Tochter und den 21-jährigen Sohn sowie eine 24-jährige Bekannte der Verstorbenen. Mutter und Tochter wurden noch vermisst. Flammen, die meterhoch aus den Fenstern schlugen und dichter schwarzer Qualm erschwerten die Arbeit der Retter. Im Minutentakt trafen weitere Einsatzfahrzeuge ein. Durch gezielte Löscharbeit konnte ein weiteres Ausbreiten der Flammen auf die angebauten Nachbarhäuser verhindert werden. Für die beiden Frauen jedoch kam jede Hilfe zu spät. Ein Einsatztrupp fand die beiden Frauen leblos im Obergeschoss des Hauses. Alle Reanimierungsversuche der Rettungsteams des DRK und der Notärzte waren erfolglos.

Notfallseelsorger, die vor Ort waren, kümmerten sich um die Angehörigen der Toten. Erst als das Feuer gelöscht war, war es möglich, die Leichen mit der Drehleiter aus dem oberen Stockwerk zu bergen. Die vier Familienangehörigen, die sich aus dem Haus retten konnten, wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in umliegende Krankenhäuser gebracht. Auch ein Feuerwehrmann zog sich Verbrennungen an den Unterarmen zu, als er versuchte, ins brennende Haus einzudringen.

Die Brandermittler der Kriminalpolizeiinspektion gehen bei der Brandursache von einem elektrotechnischen Defekt in einem ausgebauten Kellerraum des Anwesens aus, wie die Polizei gestern Nachmittag mitteilte. Der Sachschaden belaufe sich auf zirka 100 000 Euro. In der Brandnacht waren rund 80 Einsatzkräfte mit zwölf Einsatzfahrzeugen aller fünf Löschbezirke der Feuerwehr Ottweiler im Einsatz.

Der Feuerwehr gelingt es, den Brand zu löschen und ein Übergreifen der Flammen aufs Nachbarhaus zu verhindern. Foto: Schäfer.

> Seite B 1, weiterer Bericht