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Kulturgesellschaft
Die Kultur liegt bald in neuen Händen

Das KULT:Kulturzentrum Neunkirchen wurde 2015 eröffnet, links im Alten Amtsgericht sitzt auch die Kulturgesellschaft.
Das KULT:Kulturzentrum Neunkirchen wurde 2015 eröffnet, links im Alten Amtsgericht sitzt auch die Kulturgesellschaft. FOTO: Jörg Jacobi
Neunkirchen. Zurzeit wird der neue Chef der Neunkircher Kulturgesellschaft gesucht. Insgesamt 45 Bewerber. Entscheidung wohl nächste Woche. Von Elke Jacobi

Vermutlich am Mittwoch nächster Woche wird klar sein, wer künftig die Kultur in Neunkirchen macht. Denn am 12. Dezember tagt der Stadtrat. Und dann geht es nach bisherigem Stand der Dinge unter anderem darum, die Entscheidung der Gremien abzusegnen und das „Ja“ für den neuen Geschäftsführer der Neunkircher Kulturgesellschaft zu geben. Zurzeit findet das Auswahlverfahren statt. Wie Oberbürgermeister Jürgen Fried auf SZ-Anfrage mitteilt, gab es insgesamt 45 Bewerber auf die Stelle. Noch bis Ende Januar ist Uwe Wagner offiziell der Chef. Dessen Vertrag endet regulär nach fünf Jahren im Januar. Gestern hat er mitgeteilt, dass er Neunkirchen bereits an diesem Freitag verlassen wird. Die Stelle war bereits vor einigen Monaten neu ausgeschrieben worden. Bewerben konnte sich, wer unter anderem ein erfolgreich abgeschlossenes Universitätsstudium, Erfahrung im Bereich der Kulturorganisation und -verwaltung hat, wer über Kommunikationsfähigkeit und Führungskompetenz verfügt.


An der Struktur der Kulturgesellschaft werde sich mit dem Wechsel an der Spitze nichts ändern. Auch die Tätigkeitsfelder der Kultur GmbH bleiben laut Fried unverändert bestehen. Sie haben als Grundlage den Kultur- und Entwicklungsplan der Stadt, der im Jahr 2010 verabschiedet worden war „und noch immer Gültigkeit hat“. Demzufolge orientiert sich die Kultur- und Bildungsarbeit zunächst an dem Bereich der Basis- und Breitenkultur. Hierzu zählen insbesondere die Angebote der Volkshochschule, der Musikschule und der Büchereien. Mögliche Vorschläge zur Gestaltung des Veranstaltungsprogramm, die ein neuer Geschäftsführer, der natürlich auch eine Geschäftsführerin sein könnte, einbringt, werden vom Aufsichtsrat diskutiert. Dem Aufsichtsrat der Kulturgesellschaft gehört im Übrigen auch ein Mitglied des Kulturvereins an. Dessen derzeitiger Vorsitzender Peter Bierbrauer war Vorgänger des amtierenden Kulturgesellschafts-Chef Uwe Wagner. Bevor der kam, gab es allerdings noch eine zehnmonatige Interimszeit, in der der damalige Inhaber von Aura-Entertainment (mit Sitz in Neunkirchen) Elmar Ottenthal und Heinz Neis die Geschäfte führten. In einem lange dauernden Auswahlverfahren hatte man sich dann schließlich für Uwe Wagner entschieden, der sein Amt am 1. Februar 2014 angetreten hatte.

In Wagners fünfjährige Dienstzeit fiel vor allem auch die Forcierung der Veränderung der Industrie- zur Kulturstadt. Vor allem die Bespielung der Gebläsehalle mit vielen großen und internationalen Künstlern hat er vorangebracht. Der mittlerweile 36-jährige Wagner zieht, wie er der SZ bereits im Oktober sagte, eine insgesamt positive Bilanz seines Tuns in Neunkirchen. „Wir haben viel erreicht“, so habe man gerade auch den Imagewandel von der alten Industrie- zur Kulturstadt, den Oberbürgermeister Jürgen Fried eingeleitet hat, merklich vorangebracht. Auch die Eröffnung des KULT.Kulturzentrum Neunkirchen fiel in seine Amtszeit.



Wagner geht ins bayrische Gersthofen in der Nähe von Augsburg. Die Stadt hat 20 000 Einwohner. Wagner wird dort Kulturamtsleiter. Er verantwortet dort das Programm einer großen Veranstaltungshalle, die im direkten Einzugsgebiet Augsburgs liegt, der mit rund 300 000 Einwohnern drittgrößten Stadt Bayerns.

Auf den Nachfolger warten insgesamt 25 Mitarbeiter. Die arbeiten in den beiden Kulturzentren der Stadt. Das ist einmal das Alte Hüttenareal. Dort ist die große Veranstaltungshalle die umgebaute Gebläsehalle. Hier finden unbestuhlt bis 2000 Personen Platz, bestuhlt 1000. Durch integrierte Raumabteilung ist der Saal sehr variabel. Dazu kommt die kleinere Stummsche Reithalle, in der unbestuhlt maximal 200 Personen Platz finden. Neu im Bunde ist das Kutscherhaus, dort hat im August ein Kreativzentrum eröffnet. Das zweite Neunkircher Kulturzentrum heißt auch so: das KULT.Kulturzentrum Neunkirchen. Das umgebaute ehemalige Bürgerhaus (vormals Kolpinghaus) bildet mit dem Alten Amtsgericht und einem neu errichteten Zwischenbau eine bauliche Einheit. Hier sind Volkshochschule, Städtische Galerie, Hüttenstadtmuseum, Bücherei, Kinder- und Jugendatelier und Probebühne untergebracht. „Die Vorgaben, wie sie durch die Kulturzentren bestehen, sind natürlich immer einzuhalten“, sagt Fried über das Aufgabenfeld des Geschäftsführers. Weitere Spielstätten sind im Übrigen die Schachtanlage Gegenort, der Karchersaal im Hofgut Furpach und das Kulturhaus Wiebelskirchen.

Wer auch immer als neuer Chef der Neunkircher Kulturgesellschaft ernannt werden wird, eines hat sich der OB gewünscht: „Ein nahtloser Übergang ist angestrebt und wird auch stattfinden.“