Zuhause im Dorf am Himmel

Tobias Hans (CDU), Sören Meng (SPD) und Tina Schöpfer (Grüne) stellen sich am Sonntag, 8. November, den Bürgern im Kreis Neunkirchen zur Landrats-Wahl. Die SZ hat das Trio zu Hause besucht, um mehr über die Menschen hinter den Politikern zu erfahren. Heute: Tobias Hans aus dem Neunkircher Stadtteil Münchwies.

. "Unser Dorf am Himmel", das steht auf einem Schild am Ortseingang von Münchwies. Das Örtchen gehört zur Kreisstadt Neunkirchen , ist aber von jeglicher Urbanität ganz weit entfernt. Ein Dorf eben, mitten im Grünen, am Westhang des Höcherberges. Für Tobias Hans (37) und seine Frau Tanja (35) ist es in der Tat ein himmlisches Fleckchen Erde, können sie dort doch ihre Träume verwirklichen.

Vor 13 Jahren haben sich Tanja und Tobias bei einem Wanderritt nach Kell am See kennengelernt. Er saß auf einem nervigen Andalusier, der immer vor der Gruppe herzackelte, sie auf einem gemütlichen Haflinger. Die unterschiedlichen Temperamente ihrer damaligen Reittiere konnten die beiden Pferdenarren aber nicht vom Kennenlernen abhalten. Bis heute sind sie - seit einem Jahr auch verheiratet - gemeinsam unterwegs. Wiewohl gemütliche gemeinsame Ausritte (längst auf Pferden, die tempomäßig zueinander passen) rar geworden sind, seit Tobias Hans nicht nur in der Landespolitik aktiv ist, sondern auch im Landrats-Wahlkampf nichts anbrennen lassen will.

Das Zuhause von Tanja und Tobias Hans wird von der gemeinsamen Pferde-Haltung geprägt: Stall, Ausläufe, Koppeln, die entsprechenden landwirtschaftlichen Gerätschaften. Wer bei Familie Hans am Esstisch sitzt, hat einen lustvollen Blick in die unverbaute, allerdings von einer Windrad-Staffel gesäumte, Landschaft.

"Meine Frau ist meine wichtigste Ansprechpartnerin", sagt Tobias Hans , "sie steht voll hinter meinen politischen Ambitionen". Was die Diplom-Betriebswirtin, in Vollzeit-Diensten bei einer Tochter-Gesellschaft des SR, mit strahlendem Lächeln bestätigt. So ist sie auch bei vielen Terminen an seiner Seite.

Und nicht nur das. Als sich Tobias Hans entschloss, sein Gewicht "laufend" zu reduzieren, machte sie mit. Regelmäßig trabt das Ehepaar Hans nun seit Mai auf Schusters Rappen, beziehungsweise bunten Laufschuhen, bis zu einer Stunde durchs Gelände ("das lässt sich immer mal ins Termin-Programm einflicken"). 18 Kilo hat er nach eigenem Bekunden abgenommen, aus dem mit 105 Kilo recht stattlichen Mann ist ein schlanker Schlacks geworden. So sportlich fit will Hans auch bleiben, sieht er die Aufgaben eines Landrates doch als sehr fordernd an. Mit dem öfter diskutierten Titel "Rosenkreis" hat er übrigens gar keine Probleme. Das sei eine "emotionale Marke", schließlich gehe es jetzt ja darum, die Region wieder aufblühen zu lassen.

Die Werbemittel in seinem Wahlkampf gestaltet Tobias Hans , der Informations-Wissenschaften studiert hat, übrigens gerne selbst mit. Passend zur Herbstzeit wurden beispielsweise kleine Flug-Drachen ("Der Landkreis steigt auf") kreiert, Kühlschrank-Magnete greifen im CDU-Orange das Rosen-Motiv auf.

Sollte er gewählt werden ("Ich gehe von einem Erfolg im ersten Wahlgang aus, sonst wäre ich nicht angetreten"), will er so schnell wie möglich, also schon Anfang Dezember, am Schreibtisch in Ottweiler sitzen.

In den Landtag, wo er zurzeit parlamentarischer Geschäftsführer seiner Fraktion ist, würde dann Florian Gillen (Kreis St. Wendel) nachrücken. Jener Florian Gillen, der schon einmal Nachrücker war: für Peter Hans, den populären Vater von Tobias, der 2007 starb. Allen drei Landratskandidaten hat die Saarbrücker Zeitung einige Satzanfänge zur spontanen Ergänzung vorgelegt. So hat Tobias Hans diese Aufgabe erledigt.

Wenn ich als Landrat gewählt werde, wird meine erste Amtshandlung sein, meine neuen Mitarbeiter zu treffen, ihnen zuzuhören und gemeinsam neue Konzepte für den Landkreis zu diskutieren.

Das bisherige Arbeitszimmer des Landrates im Ottweiler Witwenpalais habe ich noch nie gesehen. Mein Büro ist mir ohnehin nicht so wichtig, ich will raus zu den Menschen.

Dass die Kreisverwaltung auf zwei Städte und zehn Standorte verteilt ist, stellt für mich kein Problem dar, sondern spiegelt die Vielfalt des Kreises. Richtig genutzt, kann dieses breit gefächerte Angebot für mehr Bürgernähe und Identität sorgen.

Zurzeit lese ich die Biografie des Apple-Mitgründers Steve Jobs , der einer war, der sich nicht von starren Vorgaben hat bremsen lassen, sondern auf sein schöpferisches Potenzial gesetzt hat. Steve Jobs war übrigens leiblicher Sohn eines Syrers.

Konzerte besuche ich im Moment terminbedingt eher selten. Wenn, gehen meine Frau und ich zu Benefiz-Veranstaltungen wie Wustock (in Wustweiler) oder Rock gegen Rechts (in Ottweiler).

Politisches und Privates sind oft nicht zu trennen, allein schon, weil viele meiner Freunde auch Parteifreunde sind. Neben der Politik muss es aber noch genug Freiräume geben, um für Amt und Alltag Kraft zu sammeln.

Zu einem schönen Sonntag gehört die gemeinsame Zeit mit meiner Frau und auch mit unseren Tieren. Gegen einen entspannenden Lauf ist auf jeden Fall aber auch nichts einzuwenden.

Meine Ferien verbringe ich am Liebsten bei uns zu Hause in Münchwies oder bei der Schwiegermutter in den USA.

Familie ist Rückhalt und Rückzugsort und mir daher sehr wichtig.

Zum Thema:

Auf einen BlickIm Vorfeld der Landratswahl veranstalten Saarbrücker Zeitung und Saarländischer Rundfunk am Montag, 19. Oktober, 19 Uhr, im Veranstaltungs- und Kulturzentrum Illipse (Burgweg) in Illingen eine Podiums-Diskussion mit den drei Kandidaten Tobias Hans (CDU ), Sören Meng (SPD ) und Tina Schöpfer (Grüne). Für die SZ moderiert Regionalleiter Manfred Krause, für den SR sitzt Thomas Gerber mit auf dem Podium. Nach einer Vorstellungsrunde der Bewerber um die Position des Verwaltungschefs im Neunkircher Landratsamt sind die Besucher aufgerufen, sich an der Diskussion zu beteiligen. sl