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Darmkrebs
Weniger Saarländer gehen zur Darmkrebsfrüherkennung

Neunkirchen. Die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) berichtet, dass die Bereitschaft zur Vorsorge in den letzten zehn Jahren bundesweit um 43 Prozent gesunken ist. Darmkrebs nimmt unter allen Todesfällen durch Krebs den zweiten Platz ein – gleich hinter dem Tod durch Lungen- und Bronchialkrebs.

Um ihn rechtzeitig zu erkennen, gibt es für Männer und Frauen ab dem 50. Lebensjahr den Hämoccult-Test, einen Schnelltest auf Blut im Stuhl.


Im Saarland ging die Bereitschaft zur Vorsorge in den vergangenen zehn Jahren um 51 Prozent zurück, in Berlin sogar um rund 56 Prozent, gefolgt von Hessen mit 49 Prozent. Raber: „Bundesweit verfolgen wir einen stetigen Rückgang dieser wichtigen und relativ einfach durchzuführenden Untersuchung: Ging im Jahr 2007 noch jeder Fünfte unserer Versicherten zur Früherkennung, war es 2017 nur noch jeder Zehnte.“

Darüber hinaus besteht ab einem Alter von 55 Jahren das Angebot einer ersten Spiegelung des Dickdarms, der sogenannten Früherkennungskoloskopie. Von diesem Vorsorgeangebot wird ebenfalls selten Gebrauch gemacht. Hier stagniert seit 2010 die Früherkennungskoloskopie. Lediglich circa 1,8 Prozent der Versicherten ab dem 55. Lebensjahr, denen diese Untersuchung kostenfrei angeboten wird, nehmen diese in Anspruch. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass eine solche Untersuchung auch nur alle zehn Jahre vorgesehen ist.



„Früherkennung kann Leben retten, ist einfach durchzuführen und ist für den Versicherten kostenfrei“, betont Heiko Raber. „Es ist wichtig, die Erkrankung in einem möglichst frühen Stadium festzustellen, um die Chancen einer Heilung zu erhöhen.“ Insbesondere bei der Koloskopie kann Darmkrebs durch das frühzeitige Entfernen von Polypen sogar verhindert werden. Ab 1. Juli 2019 sind die Krankenkassen gesetzlich dazu verpflichtet, ihre Versicherten per Brief auf den Anspruch der Darmkrebsfrüherkennung hinzuweisen. Raber: „Wir begrüßen diese Maßnahme ausdrücklich und hoffen, dass mehr Menschen an diesen Vorsorgeprogrammen teilnehmen.“