Hitze im Neunkircher Zoo : Her mit der Eisbombeeeeeee!!!

Es ist viel zu heiß? Da ist wohl korrekt. Dann nichts wie ab in den Zoo. Da kann man nicht nur zusehen, welch herrliche Abkühlung die Tiere haben, da kann man auch selbst angenehm im Schatten sitzen oder gar einen Kneippgang in frischem Quellwasser machen.

Eisbomben, Eisklötzchen zum Schlecken, kühle Wasserwannen, Wasserfälle und dazu noch Menschen, die immer mal wieder vorbeikommen, einen mit einem Schlauch kühl abzuspritzen. Welch’ himmlische Vorstellung bei Temperaturen um die 40 Grad! Für die Tiere im Neunkircher Zoo kein Ding und alltägliche Wonne. Und das nicht nur bei den höllischen Temperaturen zurzeit. „Auch im Frühjahr und Spätherbst haben die Tiere mit den Eisbomben ihren Spaß“, erzählt Zoopädagoge Christian Andres der SZ. So ab 20 Grad Außentermperatur lässt man ihnen diese Leckereien zukommen. Keine außergewöhnlichen Aktionen bei dieser Extremhitze also? „Da machen wir das alles einfach öfter. Da werden sie öfter mal abgeduscht, erhalten öfter die kühlenden Bomben oder Schleckeis“, sagt Andres. Letzteres mögen vor allem die Orang Utans. Spezielles, selbst gemachtes Fruchteis. Lecker!

Zoodirektor Norbert Fritsch weiß: „Unsere Tiere sind keine Piensja“, will heißen: Sie sind nicht so empfindlich. Außerdem seien in allen Gehegen ausreichend schattige Plätze, da zögen sich beispielsweise Giraffen und Elefanten gerne zurück. Auch die Schneeleoparden gehen dann schon mal gerne ins kühlere Innengehege oder liegen in der in den Hang gebauten Höhle, von wo sie die Besucher noch gut im Blick haben. Und umgekehrt. Sagar allerdings, das verrät Andres, hat noch eine ganz besondere und für seine Art wahrhaft ungewöhnliche Form der Abkühlung entdeckt: Er duscht gerne unterm Wasserfall im Gehege und badet auch gerne.

Das Baden, das mögen die anderen Tiere im Übrigen auch. In allen Freigehegen sind teils mehrere Wannen. Braunbär Lars liebt das sehr. Die Krönung für ihn: die kühlende Eisbombe im Wasser schlemmen. Mehr Erfrischung geht nicht. Mehr fürs Duschen sind die Alpakas. „Sie pressen sich regelrecht vor den Wassersprenger, können gar nicht genug bekommen.“ Auch die Orang Utans „suddeln“ gerne im Nass rum, wie ihre menschlichen Verwandten eben. Dass es in diesen Tagen heißer ist, als normal, das merkt man am Verhalten der ansonsten so wärmehungrigen Kattas und Erdmännchen. Während die sonst stundenlange Sonnenbäder nehmen, reicht es ihnen zurzeit auch schon nach kurzer Zeit und es geht zurück nach drinnen.

Wirklich problematisch wird es in einem ganz anderen Bereich. Im Elefantenhaus ist ein einem Korallenriff nachempfundenes Aquarium. Hier muss momentan mit Ventilatoren gekühlt werden, damit das Wasser nicht zu warm wird. „In der Natur heizt sich das ja auch nicht unendlich auf, da müssen wir echt aufpassen“, erklärt Andres.

Aufpassen müssen im Übrigen auch die Zoo-Mitarbeiter. „Die Tiere leiden da viel weniger als die Mitarbeiter. Schließlich haben die jede Menge Schattenplätze und kriegen auch die erwähnten entsprechenden Abkühlungen.“ Jede Menge trinken, Kopfbedeckung, locker angezogen und natürlich Sonneschutz, das sind Andres’ Hitzemaßnahmen, die er auch den übrigen Zoo-Mitarbeitern empfiehlt. „Die haben es nicht leicht, wie alle Menschen, die zurzeit draußen körperlich arbeiten.“

Hyäne Kati  hat sich gestern Morgen gleich auf ihre Eisbombe gestürzt. Da ist alles drin, was so ein Tier gerne frisst, auch Fleisch. Foto: Neunkircher Zoo/Christian Andres
Ganz untypisch für Schneeleoparden: Sagar liebt die Dusche unterm Wasserfall und nimmt auch gern ein Bad. Foto: Heribert Brendel
Richtig viel Spaß mit dem Wasserschlauch hatte Struppi gestern, ein Weibchen der Sumatra-Orang-Utans. Foto: Zoo Neunkirchen/Christian Andres
Ganz besondere Erfrischung: Am Jedermanns-Brunnen können sich die Besucher im Quellwasser der Kneippanlage abkühlen. Foto: Zoo Neunkirchen/Christian Andres

Zoodirektor Fritsch hat einen ganz besonderen Tipp für seine Leute: Sich in der Kneipp-Anlage am Jedermanns-Brunnen abkühlen, in frischem Quellwasser. Das macht er selbst auch regelmäßig so. Und das empfiehlt er auch den Zoo-Besuchern. „Das ist eine wunderbare Erfrischung und kühlt herrlich runter.“ Seine Mitarbeiter animiere er regelmäßig dazu. Damit man wisse, wie man es richtig macht – im Storchengang nämlich – sei das Storchengehege gleich nebenan. Aber nicht nur die Kneipp-Anlage, eine der Bewegungsstationen im Zoo, legt Fritsch den Besuchern ans Herz. „Es gibt überall verteilt viele schattige Plätze, da sitzt man schön, kann die Tiere beobachten und Rast machen.“ Hohe Bäume und leichter Wind machten den Aufenthalt da auch bei hohen Temperaturen mehr als erträglich. „Erträglicher vielleicht als anderswo.“

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