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Zelterplakette
Starker Eckpfeiler des kulturellen Lebens

Der saarländische Kulturminister Ulrich Commercon (rechts) überreichte aus Anlass des 120-jährigen Bestehens dem Chor der Dreifaltigkeitskirche Wiebelskirchen die Zelterplakette. Pfarrer Markus Krastl, Chorleiter Emanuel Drobczyk und Vorsitzender Rudi Becker (von links) freuen sich über die Auszeichnung.
Der saarländische Kulturminister Ulrich Commercon (rechts) überreichte aus Anlass des 120-jährigen Bestehens dem Chor der Dreifaltigkeitskirche Wiebelskirchen die Zelterplakette. Pfarrer Markus Krastl, Chorleiter Emanuel Drobczyk und Vorsitzender Rudi Becker (von links) freuen sich über die Auszeichnung. FOTO: Sören Meng
Wiebelskirchen. Der Dreifaltigkeitschor Wiebelskirchen wurde aus Anlass seines 120. Geburtstages mit der Zelterplakette ausgezeichnet. Von Heinz Bier

Mit einem sehr stimmungsvollen Festhochamt hat der Chor der Dreifaltigkeitskirche am Sonntag seinen 120. Geburtstag gefeiert. Für Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier war das der geeignete Anlass, dem Wiebelskircher Kirchenchor die Zelterplakette zu verleihen. Die gehöre „zu den wichtigsten Auszeichnungen, die ein Chor erhalten kann“, betonte der saarländische Kulturminister Ulrich Commerçon, der die Auszeichnung am Sonntagmorgen als ganz besonderes Geburtstagsgeschenk im Anschluss an die feierliche Messe in der katholischen Kirche überreichte.


Die war zuvor „mit vielen Gästen und einem wunderbaren Chor mit fantastischen Sängern und Musikern“ gefeiert worden, wie es Pfarrer Markus Krastl formulierte. Es war in jeder Hinsicht ein einzigartiger Jubiläumschor, der sich im Altarraum formiert hatte und unter der Leitung von Emanuel Drobczyk das festliche Hochamt gestaltete. Die Sängerinnen und Sänger des Chors der Dreifaltigkeitskirche, der Junge Chor Da Capo aus Münchwies sowie Mitglieder der Kolbe-Singers und des Kirchenchores Hangard bildeten eine Einheit mit viel stimmlicher Qualität.

Komplettiert wurde die Chorgemeinschaft durch Bruno Fischer an der Orgel, Christoph Schach an der Truhenorgel und ein Streicherensemble mit Cellos und Geigen. Nach dem letzten Gebet gab es für die Sänger und Musiker dann auch verdientermaßen viel Applaus von den Kirchenbesuchern. Auch der Minister für Bildung und Kultur lobte „die bemerkenswerte musikalische Leistung des Chores“, und damit meinte er sowohl den Geburtstagschor wie auch die Formation aus den vier Chören, die hinter ihm stand. Commerçon stellte heraus, dass gerade die kirchlichen Chöre eine besondere Verantwortung tragen, weil sie zum einen das geistliche Liedgut pflegen, andererseits aber auch der weltlichen Literatur verbunden sind. Der Laudator bescheinigte dem Chor der Dreifaltigkeitskirche, dass er „in Wiebelskirchen ein wichtiger Eckpfeiler des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens ist“ und das sei eine der Voraussetzungen, warum er ihn beim Bundespräsidialamt für die Ehrung vorgeschlagen habe. Weitere wichtige Kriterien waren demnach die besonderen Verdienste um das chorale Musizieren und das Alter des Chores, „denn die Zelterplakette erhalten nur Chöre, die mindestens 100 Jahre alt sind“, klärte der Minister auf. Unter dem Beifall der Besucher überreichte Commerçon anschließend die Auszeichnung an Rudi Becker, den Vorsitzenden des Chors der Dreifaltigkeitskirche und an dessen musikalischen Leiter Emanuel Drobczyk. Nach Ansicht des Neunkircher Bürgermeisters ist der Chor der Dreifaltigkeitskirche ein würdiger Träger der Zelterplakette. „Der Chor hat diese Auszeichnung wirklich verdient“, meinte Jörg Aumann, und er machte zugleich deutlich, wie wichtig eine solche Chorgemeinschaft aus sozialen und zwischenmenschlichen Gesichtspunkten ist. Sören Meng merkte an, dass der Jubiläumschor zu den älteren Chören im Landkreis gehört, „aber er ist immer noch sehr lebendig“, meinte der Landrat aus Sicht des Wiebelskircher Bürgers.



Nach dem offiziellen Teil der Geburtstagsfeier wurden der Geburtstag und die außergewöhnliche Ehrung des Chores mit Sekt und Schnittchen noch eine Zeit lang gebührend gefeiert.