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Zappelphilipp-Syndrom ist noch immer ein Problem

Neunkirchen. bea

Auch im Landkreis Neunkirchen leiden immer mehr Kinder und Jugendliche unter dem so genannten Zappelphilipp-Syndrom (ADHS). Nach Information der DAK-Gesundheit hatten 2011 4,6 Prozent der Fünf- bis 14-Jährigen eine ADHS-Diagnose.

Im Vergleich zum Jahr 2008 bedeutet das einen Anstieg um 0,7 Prozentpunkte. Die Kasse beruft sich dabei auf repräsentative Daten aus dem im Dezember veröffentlichten neuen "Versorgungsatlas" des Zentralinstituts für die Kassenärztliche Versorgung. Erstmals sind ambulante Abrechnungsdaten aller gesetzlich Versicherten in Deutschland analysiert worden.

Bundesweit litten nach Expertenschätzungen rund 325 000 Schüler unter ADHS. Im Landkreis Neunkirchen waren Jungen häufiger von der Diagnose betroffen als Mädchen, wie die DAK weiter mitteilt: Ärzte schätzten hier 6,8 Prozent aller Jungen als krankhaft hyperaktiv ein, aber nur 2,2 Prozent aller Mädchen. "Eine starke Aufmerksamkeitsstörung macht den Alltag für die Betroffenen und für ihre Familien extrem schwer. Außerdem kann sie das Risiko für Depressionen, Süchte und Unfälle erhöhen", erläutert Martin Weber, Chef der DAK-Gesundheit in Neunkirchen .

Gerade bei den Jungen sei nicht ausgeschlossen, dass der Anstieg beim Zappelphilipp-Syndrom zum Teil auch durch falsche Diagnosen verursacht werde. Der Versorgungsatlas der 17 Kassenärztlichen Vereinigungen verzeichnet starke regionale Unterschiede. "Kinder sind in Großstädten sicher nicht ruhiger als auf dem Land", so Martin Weber, "aber besonders zappelige Schüler fallen in kleinen Orten eher auf".