Wirken in der "Diaspora"

Heiligenwald. 25 Mitglieder waren auf Einladung der evangelischen Kirchengemeinde Heiligenwald angereist. Sie kamen aus dem 380 Kilometer entfernten Hamminkeln bei Wesel, aus Unna, Monheim/Leverkusen, oder Eltville im Rheingau, auch weil sie wissen, dass die Verantwortlichen am jeweiligen Tagungsort Führungen zu Sehenswürdigkeiten in der Region arrangieren

Heiligenwald. 25 Mitglieder waren auf Einladung der evangelischen Kirchengemeinde Heiligenwald angereist. Sie kamen aus dem 380 Kilometer entfernten Hamminkeln bei Wesel, aus Unna, Monheim/Leverkusen, oder Eltville im Rheingau, auch weil sie wissen, dass die Verantwortlichen am jeweiligen Tagungsort Führungen zu Sehenswürdigkeiten in der Region arrangieren. So auch bei dieser Zusammenkunft, als Gastgeber Pfarrer Franz Waldura und Hartmut Thömmes, früher Seelsorger in Ottweiler und jetzt Archivar des Kirchenkreises Saar-Ost, die Teilnehmer mit "Leuchttürmen" des ausgelaufenen Steinkohle-Bergbaus und der Industriekultur Saar bekannt machten. Mehrere Stunden wurden sie von Delf Slotta vom Institut für Landeskunde und Eva Kopmeier, Arbeitskreis Heimatkunde in der Gemeinde Schiffweiler, über die ehemaligen Gruben Itzenplitz und Reden sowie zum früheren Bethaus und der jetzigen Heiligenwalder Kirche, einem Gotteshaus mit wohl einmaliger Architektur, geführt.Der stellvertretende Verbandsvorsitzende Thomas Werner aus Zell an der Mosel: "Auch wegen solcher Exkursionen sind wir im Verband. Aber seit 2007 bis 2017, wenn der 500. Jahrestag der Reformation ansteht, widmen wir uns jährlich unterschiedlichen Herausforderungen". Das Hauptthema 2012 ist Reformation und Kirchenmusik. Referent Professor Joachim Conrad aus Köln stellte heraus, dass man sich im Gottesdienst verstärkt der musikalischen Gestaltung annehmen sollte, denn "auch durch Musik wird Verkündigung betrieben". Zuvor machte Christoph Schach, der Organist und Chorleiter der katholischen Pfarrgemeinde Heiligenwald, Anmerkungen zur Kirchenmusik in katholischen Ortsgemeinden, zeigte auf, was möglich ist, wenn Kirchenmusik in Händen von hauptamtlich Tätigen liegt.

Am Schlusstag hielt Gerhard Koepke, Superintendent des Kirchenkreises Saar-Ost einen Abendmahlgottesdienst. Seine Arbeit mit Trommel und Gesang schilderte Richard Bokumabi und als "Gräflicher Hofprediger" führte Hartmut Thömmes durch die alte Residenzstadt Ottweiler. Foto: Elias

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Hintergrund

Der Verband Evangelischer Diasporapfarrer und -pfarrerinnen wurde 1859 in Wittlich gegründet. Ziel war, Geistlichen in einem Umfeld mit überwiegend katholischen Gläubigen Begegnungen und Gespräche zu bieten, sie in theologischen Fragen zu rüsten und Argumentationshilfen zu geben gegenüber der katholischen Kirche, die damals die Protestanten bedrängte. Als Diaspora-Gemeinden gelten Orte, in denen der Anteil der Protestanten unter 25 Prozent der Gesamtbevölkerung liegt. Nach dem zweiten Vatikanischen Konzil wurden auch Vertreter der katholischen Kirche als Referenten zu den Verbandstagungen eingeladen, auch um die Position ihrer Kirche darzulegen und um Gemeinsamkeiten der beiden Konfessionen herauszuarbeiten. Das griechische Wort Diaspora steht für die unter Andersgläubigen zerstreut lebenden Glieder einer Religionsgemeinschaft und auch für das Gebiet, in dem sie wohnen. rp