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„Wir sind Anwälte der Jugendlichen“

„Wir sind Anwälte der Jugendlichen“

Anne Regitz und Markus Wittling sind die Streetworker des Landkreises Neunkirchen. Sie helfen Jugendlichen bei Schwierigkeiten.

"Wir sind die Anwälte der Jugendlichen", sagt Markus Wittling, "und nicht etwa eine Art Ordnungsamt für junge Menschen." Das werde oft falsch verstanden.

Wittling und seine Kollegin Anne Regitz sind die Streetworker des Landkreises Neunkirchen. Ihr Job ist es, benachteiligte Jugendliche im Kreis zu unterstützen. Sie gehören zum Kreisjugendamt. Anders als das Jugendamt leiten sie jedoch keine konkreten Maßnahmen für Jugendliche ein.

"Wir sind Ansprechpartner bei Fragen zur Berufswahl, Problemen in der Schule und persönlichen Belangen wie etwa Konflikten mit den Eltern", sagt Anne Regitz.

Streetworker, die sich speziell um Jugendliche kümmern, gebe es im Saarland nur für die Landkreise Neunkirchen und Saarlouis. An mehreren Tagen in der Woche fahren Regitz und Wittlich mit ihrem Kleinbus in alle Orte des Landkreises und besuchen die Jugendlichen an deren Treffpunkten. Dort sprechen die Streetworker sie an, informieren sich darüber, was sie beschäftigt und was ihre Probleme sind.

"Wenn wir den Eindruck haben, dass bei jemandem etwas nicht stimmt - sei es privat oder in der Schule - bieten wir ihm an, alleine bei uns zu einem Gespräch vorbeizukommen", sagt Anne Regitz. Ob es bei einem Jugendlichen womöglich Probleme gibt, merke man unter anderem daran, was diese so erzählen. Manchen sehe man auch an, dass etwas nicht stimme, so Wittling.

Häufig sei es nicht leicht, die Jugendlichen davon zu überzeugen, tatsächlich zu einem Termin zu kommen. Grundsätzlich sei man bemüht, nicht mit erhobenem Zeigefinger auf die jungen Leute zuzugehen. Man müsse den Jugendlichen immer klarmachen, dass man ihnen nichts Böses wolle, sagt Regitz.

Zu brenzligen Situationen komme es in der Regel nicht. Dennoch sei in dem Job eine gewisse Vorsicht geboten. "Wir schauen auf jeden Fall immer, dass wir die ganze Gruppe und uns selbst im Blick haben", sagt Markus Wittling.

Wichtig sei die Zusammenarbeit mit den Jugendpflegern in den jeweiligen Gemeinden. Zum einen, weil diese die Situation vor Ort gut kennen. Zudem sei aber auch die effektive Zeit, die die Streetworker für die Jugendlichen aufbringen können, manchmal eher gering. Wenn sie etwa an den Bahnhof nach Eppelborn fahren, dauere bereits die Hin- und Rückfahrt eine ganze Stunde.

Neben ihren regelmäßigen Treffen mit den Jugendlichen organisieren die Streetworker verschiedene Veranstaltungen.

Ab dem 2. Mai werde es alle 14 Tage eine Spieleaktion auf dem Schulhof der Neunkircher Bachschule geben. Am 26. Juni gebe es zudem eine große Veranstaltung auf dem Stummplatz, bei der unter anderem großes aufblasbares Volleyballfeld und ein Surfbrett-Simulator geboten wird.

Zum Thema:

Jugendliche des Landkreises Neunkirchen können sich mit ihren Problemen an die Jugendpfleger in den Gemeinden wenden oder einen Termin mit den Streetworkern vereinbaren. Markus Wittling ist unter der Telefonnummer (0 68 24) 9 06 77 99 erreichbar. Anne Regitz hat die Nummer (0 68 24) 9 06 77 98.